Neuzugänge

  • Vorgelesen: Simon Beckett - Die Verlorenen

    Inhalt: Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Vor 10 Jahren verschwand sein Sohn Theo und er machte sich dafür verantwortlich. Sein bester Freund und Kollege Gavin wollte ihn bei der Suche unterstützen, wurde aber nicht fündig. Es kam zu einem Zerwürfnis und die beiden brachen den Kontakt ab.

    Nach 10 Jahren bekommt Jonah einen nächtlichen Hilferuf von Gavin und er eilt zu dem Treffpunkt, ein stillgelegtes Lagerhaus. Dort findet er allerdings nur die Leiche von Gavin, eingepackt in Folie und fast bis zur Unkenntlichkeit misshandelt. Neben ihm noch drei weitere Hüllen, wobei sich eine der Pakete noch bewegt. Nachdem Jonah plötzlich niedergeschlagen wird wacht er in einem Krankenhaus auf und nichts ist mehr, wie es vorher war.


    Meine Meinung: Nach der Reihe um David Hunter ist dies nur der Auftakt zu einer neuen Reihe von Simon Beckett. Jonah ist ein sehr geradliniger und ehrlicher Polizist, der aber schon viel schlechtes erlebt hat. In Rückblenden erfährt man, was vor zehn Jahren mit seinem Sohn Theo passiere.


    Die Geschichte entwickelt sich sehr rasant und man fiebert mit bei seinen Ermittlungen in Bezug auf den Cold Case seines Sohnes und dem Tod seines Freundes. Mehr darf aber nicht verraten werden.


    Fazit: Ein gelungener, spannender Auftakt einer neuen Reihe des bekannten Autors. Ein echter Pageturner!



    (vorgelesen von Anja Wansing)
  • Vorgelesen: Holly Black - Elfenkrone

    Inhalt: Die Geschwister Jude, Taryn und Vivi haben eine schöne Kindheit. Dass Vivi etwas anders aussieht, stört niemanden. Dann jedoch erscheint ein Elf, der ihre Eltern tötet und die Kinder in die Elfenwelt verschleppt. Dieser Elf ist Vivis wahrer Vater und will seine Tochter zurück an den Hof des Elfenkönigs bringen.

    Die Elfenwelt ist fantastisch, schräg und oft furchteinflößend – aber vor allem durch und durch magisch. Und die Bewohner sehen Sterbliche höchstens als Diener oder Spielzeug an. Dementsprechend müssen Jude und Taryn sich oft verteidigen, Spott ertragen und sich gegen Verwünschungen schützen. Einen jedoch hasst Jude besonders: Prinz Cardan. Hochmütig und grausam spielt er ihr Streiche und stachelt seine Freunde an, die Menschenkinder umso mehr zu erniedrigen.

    Kann Jude in der Elfenwelt überleben, glücklich werden, und noch wichtiger – Kann sie Cardan die Stirn bieten?

    Meine Meinung: Endlich gibt es diese wunderschöne Trilogie auch auf Deutsch (Band 3 erscheint Ende 2021)! Ich habe sie auf Englisch gelesen und fand es besonders faszinierend, dass die magische Elfenwelt so viele Schattenseiten für Menschen hat. Zum Beispiel gibt es eine Frucht, die auf Sterbliche wie eine Droge wirkt, und deren Reiz Jude und Taryn im Lauf der Bücher einige Male verfallen. Auch Versprechen und Schwüre sind für Elfen bindend und sollten sehr sorgfältig formuliert werden… Die Beziehung zwischen Jude und Cardan ist tiefschichtig und nicht leicht zu durchschauen. Im dritten Band versteckt sich ein großartiger Plot Twist!

    Fazit: Ein fantastisches Universum und gut geschriebene Hauptfiguren. Absolutes Must-Read!


    (vorgelesen von Noura El Shoura)

  • Vorgelesen: Alina Bronsky - Barbara stirbt nicht

    Inhalt: Herr Schmidt ist ein rüstiger Rentner, der zeitlebens für seine Familie arbeiten gegangen ist. Dafür hat sich seine Frau Barbara um die Kinder und den Haushalt gekümmert – klare Aufgabenverteilung. Nun wacht er auf und ist irritiert: der allmorgendliche Kaffeeduft fehlt. Seine Frau liegt auf dem Boden im Bad und scheint vollkommen neben sich zu stehen. Herr Schmidt bleibt nichts anderes übrig, als sich um sie zu kümmern, die sich jahrzehntelang um ihn gekümmert hat. Wie koche ich Kaffee? Wie koche ich einfache Dinge? Er ist nicht auf den Kopf gefallen und lernt aus seinen Fehlern und holt sich Rat von den Menschen, die er trifft. Herr Schmidt tut alles, damit seine Frau wieder isst – denn das ist das Zeichen für ihn, dass es ihr wieder besser geht.

    Meine Meinung: Wenn das ganze Lebensbild von Herrn Schmidt nicht so krass veraltet wäre, wäre seine Schusseligkeit echt süß. Die einzelnen Sequenzen, wie er Dinge erfragt wirken lustig und leicht erzählt, und doch ist es erschreckend, mit welchem Selbstverständnis er jahrzehntelang gelebt hat. Barbara kann einem nur leidtun. Umso erstaunlicher finde ich den weiteren Verlauf der Geschichte.

    Fazit: Eine Hymne an die Liebe und das Leben – in guten wie in schlechten Zeiten.


    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Sebastian Fitzek - Der erste letzte Tag

    Inhalt: Livius Reimer ist auf dem Weg nach Berlin, um seine Ehe zu retten, als sein Flug gestrichen wird. Seine einzige Möglichkeit noch pünktlich nach Berlin zu kommen ist, sich den letzten verfügbaren Mietwagen mit einer Frau zu teilen, um die er normalerweise einen großen Bogen gemacht hätte: Lea von Armin ist zu schräg, zu laut und zu ungewöhnlich. Schon kurz nach der Abfahrt lässt er sich auf ein ungewöhnliches Gedankenexperiment, welches sein Leben komplett verändern wird.

    „Der erste letzte Tag“ ist der erste Roman von Fitzek, den ich gelesen habe und ich muss sagen, dass er einen tollen Humor hat, den man auch im Buch wiedererkennt. Man kann sich über die skurrilen Situationen, die die beiden erleben, in die man im normalen Leben nicht so einfach rutschen würde, kaputtlachen.

    Die Message, die das Buch rüberbringt, finde ich super, nämlich dass man das Leben so genießen sollte, als wäre es der letzte Tag. Besonders schön ist auch das Nachwort des Autors: dort findet man alle Personen, die an dem Buch mitgearbeitet haben mit Bild, Name und deren Aufgabe.

    Fazit: Für mich war es eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe und ich kann es nur jedem empfehlen, vor allem, da es sich durch die kurzen Kapitel sehr schnell lesen lässt.

    (vorgelesen von Lea Möller)

  • Vorgelesen: Petra Hucke - Die Architektin von New York

    Inhalt: Weil es immer wieder zu Fährunglücken auf dem East River kommt soll eine Hängebrücke die Stadtteile Manhattan und Brooklyn verbinden. Die Wahl fällt auf den bekannten Brückenbauer John Roebling, der jedoch nach einem Unfall auf der Baustelle überraschend stirbt. Nun liegt es an seinem Sohn Washington die Brücke in Angriff zu nehmen. Immer besorgt um Brücke und Arbeiter verbringt er mehr Zeit auf der Baustelle als bei seiner Frau Emily. Sie selber lauscht immer fasziniert seinen Berichten und den Berechnungen bei diesem gigantischen Projekt. Die Brücke wird nach Fertigstellung die längste Hängebrücke der Welt sein mit einer Gesamtlänge von über 1800 Metern.
    Beim Bau der Senkkästen für die beiden Türme erkrankt Washington, genau wie viele seiner Arbeiter, an der Taucherkrankheit. Er verbringt immer mehr Zeit im Bett, da er Anfälle von Migräne, Gelenkschmerzen und Schwindel hat.
    Nun liegt es an Emily, den Kontakt zur Baustelle, den Ingenieuren und ihrem Mann aufrecht zu halten. Mehr und mehr lernt sie über Brückenbau, Statik und Stahlseile, bis sie viele Probleme schneller selber löst, als den ständigen Weg zu Washington zu gehen.

    Meine Meinung: In einer männerdominierten Welt hat sich Emily immer wieder behaupten müssen und durch ihre Zähigkeit den Bau der Brücke aktiv mitgestaltet bis zur Eröffnung 1883. Die Autorin beschreibt genau, was wir auf der Baustelle sehen und mit welchen Problemen die Ingenieure zu kämpfen haben. Auch das Leben rundherum fand ich sehr interessant, wenn Emily zum Beispiel die Weltausstellung in Philadelphia besucht mit den neuen technischen Errungenschaften wie das Telefon oder die Schreibmaschine.

    Fazit: Eine spannende Biografie einer starken Frau in einer Männerwelt zu einer Zeit, als sich die ersten Frauenbewegungen bilden und sich behaupten wollen.

    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Richard Osman - Der Donnerstagsmordclub

    Inhalt: Inhalt: Die Seniorenresidenz Coopers Chace in der Idyllischen Grafschaft Kent wirkt ruhig und friedlich, doch es droht bald mit Baulärm beschallt zu werden. Am Hügel eines ehemaligen Klosters samt Friedhof gelegen sollen nun auf der alten Anlage die Gräber ausgegraben und Platz geschaffen werden. Doch plötzlich liegt der Bauherr tot in seinem Haus – neben ihm ein Foto aus seinen jungen Jahren, wo er mit einigen zwielichten Gestalten stapelweise Geldscheine bewundert.
    In ebenjenem Altenheim haben sich einige agile Persönlichkeiten zusammengetan, um alte, nicht gelöste Mordfälle zu lösen. Jeden Donnerstag treffen sich der ehemalige Gewerkschaftler Ron, der ehemalige Psychiater Ibrahim, die geheimnisvolle Elizabeth und die stets besorgte Joyce, um alte Fälle aufzurollen und zu untersuchen. Da nun aber ein echter Mord geschehen ist können es die alten Herrschaften nicht lassen, dem genervten Dorfpolizisten Chris auf die Füße zu treten, selber Ermittlungen anzustellen und sogar immer wieder eine Nase vorn zu haben…


    Meine Meinung: Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. In kurzen Kapiteln wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was sich nach und nach im Jetzt und in der Vergangenheit zugetragen hat. Puzzlestück für Puzzlestück werden die verschachtelten Ereignisse aufgedeckt, bis man auf der letzten Seite atemlos überlegt: wow, so war das also.


    Fazit: Ein gelungener erster Teil für ein verrücktes Ermittlerteam. Man wünscht dem Dorfpolizisten eigentlich nur Ruhe vor den alten Herrschaften, und trotzdem sind sie -jeder für sich- einfach grandios beschrieben.


    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Judith Pinnow - Dein Herz in Tausend Worten – eine Liebesgeschichte in Notting Hill

    Inhalt: Die schüchterne Milie arbeitet als Assistentin in einem Verlag und sammelt heimlich abgelehnte Manuskripte. Ein Buch erregt besonders ihre Aufmerksamkeit: es ist eine traurige Geschichte einer Liebesbeziehung, die trotzdem viele wärmende Worte enthält. Millie beginnt, einzelne Sätze auf Zettel zu schreiben und sie ungesehen zu verteilen.
    Einen dieser Zettel entdeckt der berühmte Bestsellerautors William Winter. Es ist sein Buch, was er aber unter einem Pseudonym einschickte und damals abgelehnt wurde. Er ist ärgerlich und unsicher, wo diese Zeilen herkommen.
    Als sich beide unwissentlich begegnen, trifft es beide wie einen Schlag: im Dunkeln eines feststeckenden Aufzuges teilen sie ihre Ängste und stützen einander. Kaum geht die Tür allerdings wieder auf verschwindet Millie wie Aschenputtel nach dem Ball. Für William beginnt die Suche nach der Fremden, die ihm sein größtes Geheimnis entlocken konnte und ihn zutiefst in seinem Herzen berührte.


    Meine Meinung: Wieder schafft es Judith Pinnow, eine berührende Geschichte zu erzählen. Man erlebt sie im Wechsel erzählt von Millie und William und es ist interessant, wie unterschiedlich man sich nach Außen hin gibt. So sehr William sein Leben als Bestsellerautor drauf hat, so verletzlich fühlt er sich eigentlich im Inneren. Es ist schön, wie er sich Schicht für Schicht langsam öffnet. Nebenbei bemerkt sind auch die Freunde und Kollegen der beiden der Brüller! Sie lassen nichts unversucht, zunächst den geheimnisvollen Manuskriptklauer zu finden und später sich schützend vor ihre Freunde zu stellen.


    Fazit: Eine Liebesgeschichte nach Art von Aschenputtel – der erfolgreiche Autor sucht die schüchterne Verlagsassistentin. Verbinden tut sie eine tragische Liebesgeschichte in einem Manuskript. Ein Schmöker für die Couch mit Hach-Effekt.


    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Jeffrey Archer - Traum des Lebens

    Inhalt: Leningrad 1968 - Alexander Karpenko kann dank der Hilfe seines Onkels Kolja zusammen mit seiner Mutter Elena vor den Klauen des KGBs flüchten. Dabei muss er sich am Hafen von Leningrad entscheiden, in welcher Kiste sie sich verstecken. Eine landet auf einem Schiff nach New York, die andere auf einem Schiff nach Southhampton in England. Sowohl Alexander wie auch der Leser*in fragt sich an diesem Punkt im Buch, wie es weitergegangen wäre, wenn sich Alexander und seine Mutter für die andere Kiste entschieden hätten.


    Das besondere an diesen Buch ist, dass beide Wege weitererzählt werden. Genial gemacht.


    Über 30 Jahre begleiten wir Alex und seine Mutter durch England bzw. USA und erleben Höhen und Tiefen des Lebens, die aber beide nie verzweifeln lassen.


    Meine Meinung: Ein Buch, das parallel zwei Geschichtsstränge beschreibt. Gleichzeitig enthält es verschiedene gesellschaftspolitische Fakten: das Wahlsystem in Großbritannien, die unendlichen Möglichkeiten in den USA, die Korruption in Russland.


    Fazit: Zwei unterschiedliche Lebenswege einer Person.


    (vorgelesen von Uli Rietmann)
  • Vorgelesen: Anne Barns - Bernsteinsommer

    Inhalt: Christina betreibt nach ihrer Ausbildung zur Konditorin ein kleines Café. Ihre Mitarbeiterinnen Liljana und Emma wachsen ihr schnell ans Herz und das Café entwickelt sich prächtig. Nach einem Rohrbruch und einer anstehenden Kündigung wegen Grundsanierung muss sich Christina allerdings fragen, was aus ihrer Zukunft wird.
    Ihr Leben ändert sich auch privat sehr stark, denn nach drei Jahren will sich ihr Mann scheiden lassen. Er hat nie verstanden, dass sich Christina mehr und mehr um ihren Vater kümmern wollte, der an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder begleiten sie ihn auf einem langen und schwierigen Weg durch die Krankheit. Als sie im Büro ihres Vaters alte Bilder von ihm findet ist auch eines dabei, dass das Meer zeigt mit der Signatur GS 1929. Der Stil passt nicht zu den Bildern ihres Vaters. Wer also hat das Bild gemalt und wie kommt es in die Sammlung ihres Vaters?
    In einer Zeit voller Umbrüche im beruflichen und privaten begibt sich Christina auf Spurensuche und reist nach Rügen, wo die Cousine ihres Vaters wohnt. Sie weiß vielleicht mehr über ihre Familiengeschichte und das Bild.
    Meine Meinung: Anne Barns schreibt sehr einfühlsam über das Leben mit einem an Alzheimer erkrankten Menschen. Mich hat es sehr bewegt, wie offen und schicksalsergeben Pflegerinnen und die Mutter die Veränderung des Vaters begleiten mit dem Wissen, dass es ihm selber relativ gut geht im Pflegeheim, auch wenn er Menschen nicht mehr wieder erkennt. Die Zeit auf Rügen nimmt zwar nur einen kleinen Teil der Geschichte ein, aber wird für Christina entscheidend sein. Gerne hätte ich mich zur ihr und Thea gesetzt mit dem leckeren Kuchen, der auch am Ende des Buches als Rezept Erwähnung findet.
    Fazit: Eine einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Leben mit Demenz und Familiengeheimnissen. Ach ja: und die Schönheit des Meeres!!
    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Abigail Dean, Girl A.

    Inhalt: Angekettet, halb verhungert, vor Schmutz starrend und hilflos der Gewalt des tyrannischen Vaters ausgesetzt, ist die Kindheit der sieben Gracie-Geschwister ein wahrer Albtraum. Mit 15 Jahren gelingt Alexandra die Flucht, die in der Presse als „Girl A“ bekannt wird. Die Kinder werden von anderen Familien adoptiert und die Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt.
    Als ihre Mutter schließlich stirbt, erben Lex und ihre Geschwister das „Haus des Grauens“. Sie beschließen, aus dem baufälligen Gebäude ein Begegnungszentrum zu machen. Jedoch hat Alexandra unterschätzt, dass die Vergangenheit Folgen für alle haben kann…
    Meine Meinung: Abigail Deans Debütroman wird nicht umsonst als internationaler Bestseller gefeiert. Der Leser erfährt in Flashbacks von der grausamen Kindheit der Gracie-Geschwister und gleichzeitig von ihrem Verbleib in der Gegenwart, und bei jedem von ihnen hat die jahrelange Misshandlung schwerwiegende Spuren hinterlassen. Das Ende des Thrillers kommt plötzlich mit einer überraschenden, erschütternden Enthüllung.
    Es wird realistisch dargestellt, wie eine Familie über Jahre hinweg vor der Außenwelt verheimlichen kann, was hinter geschlossenen Türen passiert. Auch auf die Rolle der Mutter, die immer passiv zusah was geschah, wird eingegangen und regt den Leser zum Nachdenken an.
    Fazit: Ein erschütterndes Psychodrama über eine grausame Kindheit und deren psychische Folgen. Klare Leseempfehlung!
    (vorgelesen von Noura El Shoura)

  • Vorgelesen: Petra Durst-Benning : Die Fotografin 1-5

    Inhalt: Mimi Reventlow ist jung und neugierig. Während sich andere Mädchen in ihrem Alter auf eine Heirat und ein Leben als gute Ehefrau freuen lernt sie von ihrem Onkel die Leidenschaft des Fotografierens. Es ist das Jahr 1911, als sie sich dazu entschließt, Wanderfotografin zu werden. Ihr Traum ist es, den Menschen Schönheit zu schenken durch ihre Fotografien. Mit ihrer offenen Art trifft sie auf viel Verständnis und knüpft neue Freundschaften, eckt aber auch immer wieder an bei den Menschen, die kein Verständnis haben für ihr selbstbestimmtes Leben.
    Über 19 Jahre begleiten wir Mimi und ihre Freunde und erleben Höhen und Tiefen: Gastwirtssohn Anton zieht es in die Ferne, weil er sich kein Leben vorstellen kann in dem kleinen Örtchen Laichingen. Alexander ist künstlerisch sehr begabt, soll aber in die Fußstapfen seines Vaters treten und Leinenweber werden, ein Knochenjob für den feinfühligen Jungen. Christel Merkle bezaubert alle Jungs in ihrem Dorf durch ihre Schönheit, jedoch will sie sich nicht binden und in dem kleinen Dorf versauert – sie drängt es in die Ferne.
    Jedes Buch überzeugt durch neue interessante Menschen, die Mimi kennenlernt. Sie begleitet eine Schafbaronin, trifft auf den Major einer Kaserne vor und während des Ersten Weltkriegs, lernt den Umgang mit einer Druckerpresse, begegnet Filmstars in Hollywood und hat immer wieder rettende Ideen für die Menschen in ihrer Umgebung.
    Meine Meinung: Mich hat die freundliche und hilfsbereite Art von Mimi sehr beeindruckt. Ihr Dickkopf hilft ihr aber auch immer wieder dabei, sich in einer Männerwelt durchzusetzen. Schön fand ich im letzten Band, dass viele der lieb gewonnenen Charaktere noch einmal zusammen kommen zu einer großen Abschlussfeier (obwohl das Leben für sie ja noch weiter geht nach 1930).
    Fazit: Spannende Zeitgeschichte von 1911 bis 1930 durch die Augen einer Wanderfotografin, Druckerin und Autorin.
    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Steffen Kopetzky - Monschau

    Inhalt: Monschau in der Eifel, 1962. Der bekannte Dermatologe Günter Stüttgen wird dorthin gerufen, weil ein Ausbruch der gefährlichen Pocken droht. Schnell macht sich der Arzt unbeliebt, denn Patient 1 ist ein Monteur der Rither-Werke, dem größten Arbeitgeber der Region. Dr. Stüttgen verordnet Quarantäne von Mitarbeitern und Familien, Massenimpfungen, -ja, sogar der Karneval soll im Rheinland ausfallen, um die Epidemie einzudämmen!! Nun gilt es Kompromisse mit der Politik zu machen: Nikos Spyridakis, Stüttgens fähiger Assistent, wird als Betriebsarzt eingesetzt und untersucht jeden krank gemeldeten Mitarbeiter der Rither-Werke in einem Stahlarbeiteranzug und entscheidet das weitere Vorgehen.
    Inmitten dem beginnenden Chaos von Quarantäne, Angst und Frust kehrt Vera Rither aus Paris zurück. Sie ist die Erbin der Rither-Werke, will aber die dunklen Zeiten der Firma im Dritten Reich aufarbeiten und Abbitte leisten. Sie hat kein Interessen am Geld, will die Firma der Universität Aachen stiften, bewundert Simone de Beauvoir und schwärmt für Miles Davis. Sie lernt Nikolaos kennen und findet über die Musik einen Verbündeten in ihm. Doch die Pocken rücken durch die Luft immer weiter vor.
    Meine Meinung: Dieses unbekannte Kapitel der deutschen Geschichte liest sich gerade in Zeiten von Corona sehr beklemmend. Damals wie heute gibt es immer wieder Menschen, die nur an sich denken und sich nichts sagen lassen von Staat und Ärzten. Auffallend vor allem die Karnevalsfeier im Nachbarort, wo viele Monschauer heimlich hingefahren sind, trotz Ausgangsperre. Auch die Rückblenden in Zeiten des zweiten Weltkriegs fand ich sehr spannend, da gerade so Personen wie Dr. Stüttgen reale Menschen waren und ihr Leben recherchiert werden kann.
    Fazit: Ein Roman über Liebe in Zeiten von Pocken und wie Politik und Bevölkerung mit einer Epidemie umgeht.
    (vorgelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Giovanna & Tom Fletcher : Eve of Man 1 – Die letzte Frau

    Inhalt: In einer nahen Zukunft werden plötzlich nur noch Jungen geboren. Trotz aller Versuche der Wissenschaft kommt kein Mädchen mehr zur Welt – und das für 50 Jahre. Dann geschieht das Unglaubliche: Eve wird geboren und sogleich in einen bewachten Turm gesperrt. Dank neuester wissenschaftlicher Entwicklungen wächst sie wohlbehütet und zufrieden auf und merkt nichts von ihrem goldenen Käfig. Derweil versinkt die Außenwelt in einem Chaos, überwacht und gelenkt von der AFM. Sie beauftragt die älteren Frauen, Eve alles beizubringen, was sie wissen muss, denn auf ihren Schultern lastet die Verantwortung für den Weiterbestand der Menschheit. Mit 16 Jahren soll sie nun unter drei Kandidaten ihren Partner auswählen, um mit ihm möglichst viele Kinder zu bekommen.


    Meine Meinung: Die Idee ist echt gut und spannend umgesetzt worden. Eve verliebt sich in den gleichaltrigen Soldaten Bram, der ihr das Leben rettet. Durch ihn merkt sie, wie abgeschottet und vorprogrammiert ihr Leben verläuft. Sie hat kein Mitbestimmungsrecht, was ihren Körper oder ihr Leben betrifft. Geschrieben wurde das Buch abwechselnd aus der Sicht von Eve und Bram, so dass man die beginnende Zuneigung, aber auch die Zerrissenheit aus beiden Blickwinkeln erleben kann.


    Fazit: Wer Dystopien mag sollte die Reihe auf jeden Fall lesen!


    vorgelesen von Anja Wansing
  • Vorgelesen: Ellen Berg - Willst du Blumen, kauf dir welche

    Inhalt: In dem Buch von Ellen Berg geht es um die alleinstehende Buchhändlerin Lena. Diese wohnt mit ihrer Tante Hilde über ihrer eigenen Buchhandlung. Sie ist 34 Jahre alt und glaubt an Romantik und Liebe auf den ersten Blick. Allerdings kann sie mit Dating nichts mehr anfangen, was zum Teil auch an ihren missglückten Beziehungen liegt, weshalb sie stattdessen lieber in romantischen Liebesromanen schwelgt. Als sie eines Tages in ihrer Buchhandlung eine Autorenlesung mit dem Erfolgsautoren Benjamin Floros organisiert und dieser behauptet den ultimativen Algorithmus für die Liebe per Online-Dating gefunden zu haben, gibt Lena erbittert Kontra. Daraufhin wettet Benjamin, dass er mit seiner Liebesformel den perfekten Mann für Lena finden wird. Lena wettet dagegen und muss schon bald feststellen, dass ihr Herz außer Kontrolle gerät.


    „Willst du Blumen, kauf dir welche“ ist der erste Roman von Ellen Berg, den ich gelesen habe und ich muss sagen ich bin positiv überrascht. Vor allem die Schlagabtäusche zwischen Benjamin und Lena waren sehr unterhaltsam. Ein großer Pluspunkt meiner Meinung nach ist hierbei, als die beiden feststellten, dass sie Jane Austen „Fans“ sind. Dadurch bekam man als Leser hin und wieder Buchzitate aus zum Beispiel „Stolz und Vorurteil“ mit.


    Ein weiterer Pluspunkt meiner Meinung nach ist, dass das Buch zum Nachdenken anregt, nämlich durch die indirekte Frage, ob man heutzutage nur noch beim Online-Dating eine Chance auf die große Liebe hat.


    FAZIT: Zusammengefasst ist das Buch perfekt für zwischendurch, da es sich schnell lesen lässt. Zudem ist es - wie alle Ellen Berg Romane - schon alleine wegen des Covers unverwechselbar und hat einen hohen Wiedererkennungswert.
    vorgelesen von Lea Möller
  • Vorgelesen: Christian Handel - Rowan & Ash

    Inhalt: Vor vielen Jahren verschwanden die Elfen aus der Welt der Menschen, als die Schwarze Königin im düsteren Schattenlabyrinth eingeschlossen wurde. Seitdem schwindet die Magie in der Welt und alle dreizehn Jahre droht die Königin, aus ihren Fesseln auszubrechen. Die Magier unter den Menschen diskutieren, das Schattenlabyrinth endgültig zu versiegeln.


    Rowan O’Brien, der mit der Kronprinzessin von Iriann, Alyss, verlobt ist, war schon immer fasziniert von den Elfen, ihren magischen Artefakten und den Legenden, die sich um sie ranken. Sein Vater will jedoch, dass er eines Tages ein starker König und guter Ehemann für Alyss wird. Als Rowan jedoch Ash, den Prinzen von Gwilen kennenlernt, geraten seine Gefühle völlig außer Kontrolle…


    Meine Meinung: Das Universum ist wunderschön aufgebaut und die Magie der Elfen durchzieht die Welt noch immer. Der Fokus des Romans liegt jedoch auf Rowans Gefühlen für Ash, die für ihn anfangs verwirrend sind, da er sich seiner Verlobten und seiner Familie verpflichtet fühlt. Sich zu einem anderen Mann hingezogen zu fühlen erscheint ihm widernatürlich und ekelhaft, da es in seiner Gesellschaft nicht anerkannt ist, homosexuell zu sein.
    Der Roman hat mich sehr berührt, da das Thema Akzeptanz und Homosexualität gerade heutzutage hochaktuell ist und viele Jugendliche dieser Altersgruppe interessiert.


    Fazit: Ein toller Roman mit einer (seltenen) schwulen Hauptfigur in einer dunklen, magischen Welt. Unbedingt lesen!


    vorgelesen von Noura El Shoura

  • Vorgelesen: Alena Schröder - Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

    Inhalt: Die 27-jährige Hannah steht noch ganz am Anfang ihres Lebens und weiß noch nicht, wie es nach dem Studium weiter gehen soll. In regelmäßigen Abständen besucht sie ihre Oma Evelyn im Altenheim, die mit ihren fast hundert Jahren mit ihrem Leben bereits abgeschlossen hat. Grummelig empfängt sie ihre Enkelin, mosert wegen allem möglichen herum und ist doch immer traurig, wenn der Besuch vorbei ist.


    Ein Brief aus Israel verändert ihrer beider Leben: eine Anwaltskanzlei eröffnet Evelyn, dass sie die alleinige Erbin eines jüdischen Kunsthändlers ist, der von den Nationalsozialisten enteignet und deportiert wurde. Sein konfiszierter Besitz sei zwar verschollen, aber sie würden sich auf die Suche nach den wertvollen Gemälden machen in ihrem Auftrag. Hannah ist total von den Socken, denn sie hat sich mit ihrer Mutter nie gut verstanden, die selber auch mit Evelyn ihre Probleme hatte, so dass die Familiengeschichte immer mehr in Vergessenheit geriet.


    Im Wechsel mit der Gegenwart erfährt man nun Kapitel für Kapitel, was damals mit Senta passierte, die in jungen Jahren heiratete, aber nie die Mutterliebe für ihre Tochter Evelyn empfand, die alle von ihr erwarteten. Ihr Weg führte sie zu ihrer Freundin Lotte nach Berlin, wo ein neues Leben für sie beginnen sollte


    Meine Meinung: Die Familiengeschichte ist oft nicht leicht für jemanden zu ertragen. Oft geraten Dinge in Vergessenheit oder werden -wortwörtlich- tot geschwiegen. Die quirlige Hannah beißt sich regelrecht die Zähne aus an ihrer störrischen Oma Evelyn, wenn es um das Thema Familie geht. Stück für Stück erfährt man als Leser aber, was damals geschah.


    Fazit: Eine gefühlvolle Familiengeschichte mit Frauen, die einfach nicht den Idealen entsprechen wollten.
    gelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Joe Dicker - Das Geheimnis von Zimmer 622

    Der Autor (Joel Dicker himself) flüchtet sich aus Genf in ein nobles Hotel in den Schweizer Alpen um den Kopf frei zu bekommen. Er bekommt die Suite 623 und ist irritiert, da das Zimmer neben seinem die Nummer 621a hat und es kein Zimmer 622 zu geben scheint.


    Die Engländerin Scarlett Leonas bedrängt ihn, mit ihr auf die Suche nach dem Geheimnis von Zimmer 622 zu gehen.


    Sie finden schnell heraus, dass sich vor einigen Jahren ein Mord in dem Hotel ereignet hat, doch der wurde nie aufgeklärt. Immer tiefer tauchen sie in die Geschichte der Bankiersfamilie ein und fördern so einige dunkle Geheimnisse ans Licht. Immer wieder geraten sie in eine Sackgasse bei den Nachforschungen, aber zum Schluss gelingt es Ihnen die Tat aus Machtgier, Eifersucht und Verrat zu lösen.


    Joel Dicker verschachtelt in seinem ihm eigenen Stil mehrere Erzählstränge. Zum einen der Mord, der vor vielen Jahren geschehen ist. Hier wechselt er zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versucht das Rätsel zu entwirren. Eingebettet ist die Geschichte in seine eigene, also die des berühmten Schriftstellers.


    Heiß erwartet habe ich dieses neue Buch von Joel Dicker und es war gut, aber es reicht nicht an seine Vorgänger heran. Die Rahmenhandlung von dem berühmten Schriftsteller Joel Dicker fand ich dann doch irgendwann störend. Trotzdem bereitet es ein paar schöne Lesestunden.
    Vorgelsen von Peter Mählmann

  • Vorgelesen: Marc Elsberg - Der Fall des Präsidenten

    Die kleinen hält man fest und die Großen lässt man laufen! Für Dana Marin vom Internationalen Strafgerichtshof trifft das nicht zu. In Athen lässt sie den Ex-Präsidenten der USA wegen Kriegsverbrechen verhaften und gerät damit an einen fast übermächtigen Gegner.


    Der amtierende US Präsident kämpft um seine Wiederwahl und kann sich diesen Skandal nicht leisten. Mit allen legalen und auch zweifelhaften Mitteln versuchen die USA, den Ex-Präsidenten zu befreien. Sie drohen Ihren Bündnispartnern offen mit Sanktionen, um der Welt zu zeigen, wer die Macht hat.


    Doch die Juristin Dana Marin gibt nicht auf, selbst nach einem Anschlag auf Ihr Leben. Wer sitzt am längeren Hebel und wer zieht die richtigen Strippen?


    Marc Elsberg hat schon mit seinen anderen Büchern überzeugt und so schafft er es auch in diesem Polit-Thriller die Spannung von Anfang an hoch zu halten. Geschickte Wendungen und Überraschungen treiben die Geschichte voran und der/die Leser*in kann gar nicht schnell genug lesen um mit der Spannung mitzuhalten.


    Wieder war ich voller Vorfreude auf das neue Buch von Marc Elsberg und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Ab Besten man nimmt sich sonst nichts vor, wenn man mit dem Buch beginnt, denn eine Lesepause ist nicht wirklich drin. Beste Vorlage für einen Top-Kinofilm.


     Vorgelesen von Peter Mählmann


     



  • Vorgespielt: Shun & Aya Taguchi: Little Town.

    Inhalt: 1 Spielplan, 18 Zielkarten, 60 Rohstoffwürfel, 52 Spielfiguren, 1 Rundenanzeiger, 24 Münzen, 1 Startspieleranzeiger, 29 Bauwerkplättchen, 4 60er-Plättchen, 2 Spielanleitungen


    Little Town aus dem iello-Verlag ist ein leichtes Strategie-Spiel für 2 – 4 Personen ab 10 Jahren, also ein ideales Familienspiel. Alle, die gern Rohstoffe sammeln und es mögen, Landschaften zu besiedeln, denen wird Little Town gefallen. Das schicke, robuste Material tut sein übriges dazu. Außerdem sorgt der doppelseitige Spielplan für immer wieder abwechslungsreiche Spielpartien.


    Meine Meinung: Von mir bekommt das Spiel zusätzlich zur Spielidee und dem Material gute Kritiken, weil es schon zu zweit Spaß macht, genauso wie zu dritt oder zu viert. Das schaffen nicht alle Strategiespiele.


    Fazit: Ein leichtes Strategiespiel für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren, ein ideales Familienspiel.


    Vorgespielt von Uli Rietmann
  • Vorgelesen: Dolly Alderton : Gespenster

    Inhalt: Nina ist 32 Jahre jung und genießt mit ihren Freunden das Londoner Nachtleben. Sie steht an einer Schwelle des Lebens, wo immer mehr Einladungen für Hochzeiten und Babypartys bei ihr eintrudeln, sie selber aber noch Single ist.


    Über eine Dating-App lernt sie Max kennen, der ihr Herz im Sturm erobert. Sie freut sich schon auf Paardatings mit ihrer besten Freundin, die auch gerade frisch verliebt ist. Jedoch kommt nach einer Liebeserklärung von Max das grausame Erwachen in Raten. Er antwortet auf ihre Nachrichten sehr kurz angebunden, nach einiger Zeit kommt gar keine Antwort mehr und er löscht sie ganz aus ihrem Leben.


    In ihr Stimmungstief fällt auch noch die Veränderung ihres Vaters, dessen gelebtes Leben durch die beginnende Demenz auch immer mehr gelöscht wird. Ihre Mutter tut sich mit der Diagnose schwer und will nicht wahr haben, was mit ihrem Mann passiert.


    Meine Meinung: Der Roman liest sich leicht und locker, behandelt dabei aber keine einfachen Themen. Es geht um Liebe, Verrat, Treue, Freundschaft, Ängste, Verlust und die Hoffnung. In Gesprächen mit ihren Freunden schwingt oft eine tiefe Lebensweisheit mit, die man sich selber aneignen kann. Der Buchtitel bezieht sich auf das Thema Ghosting, das in Zeiten von Datingapps massiv zunimmt: während der beginnenden Beziehung bricht ein Partner plötzlich grundlos den Kontakt ab – ein Trauma für den Zurückgebliebenen…


    Fazit: Nina ist einfach bewundernswert: sie steht trotz Niederlagen immer wieder auf und blickt positiv nach vorne.


    Vorgelesen von Anja Wansing
  • Vorgelesen: Julie Caplin - Das kleine Hotel auf Island

    Inhalt: Das Buch führt den Leser hoch in den Norden, nicht deutsche Nordsee-Insel, sondern Island. Die Hotelmanagerin Lucy hat durch einen persönlichen Fehler ihren Job, ihre Wohnung, ihren Freund und ihr Selbstbewusstsein verloren. Als man ihr eine Stelle als Managerin in einem idyllischen Hygge-Hotel auf Island anbietet, greift sie nach ihrer Chance. Allerdings erwarten sie dort diverse Probleme: Schafe im Whirlpool, vermeintliche Fabelwesen, Stromausfälle. Und dann ist da auch noch Alex, der schottische Barmann mit den dunklen Augen, der Lucys Herz schneller schlagen lässt. Doch ist Alex, wer er zu sein vorgibt? Außerdem werden Lucy und ihr Team von einer Film-Crew belagert.


    Schafft Lucy es, das Hotel konkurrenzfähig zu machen und ihren Job auch nach dem bevorstehenden Verkauf zu behalten?


    Meine Meinung: Durch die ausführlich beschriebenen Ausflüge lernt man die besonderen Seiten von dem nördlichsten Land Europas kennen. Ich habe es vor meinem knisternden Schwedenofen gelesen und hatte beinahe das Gefühl, selber in dem Hotel zu sein.


    Fazit: Leichte Unterhaltung vor Winterkulisse, die Lust macht auf Wellness, Sauna und Urlaub. Gleichzeitig kann man vielleicht ein bisschen von der nordischen Gelassenheit und deren Charaktere lernen.


    Vorgelesen von Uli Rietmann

  • Vorgelesen: Jeffery Deaver - Der Todesspieler

    Was ist Colter Shaw eigentlich? Auf keinen Fall ist er ein Kopfgeldjäger, sondern er macht sich auf die Suche nach verschwunden Personen, deren Suche von der Polizei aufgegeben wurde. Seine Auftraggeber sind besorgte Angehörige, die eine Belohnung ausgesetzt haben.


    So auch bei Sophie Mulliner, die von ihrem Vater als vermisst gemeldet wurde. Bei seiner Suche gerät Shaw in einen großen Fall und muss nicht nur ein Leben retten.


    Alles scheint mit einem Videospiel zusammen zu hängen, welches der Täter in der Realität nachzuspielen versucht. Doch handelt es sich nur um einen verrückten Gamer? Was steckt hinter dem Spiel „Der flüsternde Mann“? Die Hinweise reichen tief in die Videospielindustrie in Silicon Valley.


    In diesem Thriller lernen wir den neuen Ermittler Colter Shaw kennen und begleiten ihn bei seinem kniffligen Fall, aber wir erfahren auch viel über seine Vergangenheit und seine persönlichen Ermittlung zum Tod seines Vaters.


    Jeffery Deaver ist es wieder mal gelungen mich in den Bann zu zeihen. Neben seinen anderen Thrillern mit dem Ermittler Lincoln Rhyme freue ich mich schon jetzt auf eine Fortsetzung.


     


    Vorgelesen von Peter Mählmann

  • Vorgelesen: Florian Busch – Die Porzellanerbin

    Inhalt: Wer ist eigentlich die Hauptperson in diesem historischen Roman, der in der Zeit ab dem Jahre 1866 spielt? Gräfin Thyra von Hardenstein, die Erbin der Porzellanmanufaktur Strehlow und zweite Ehefrau von Ferdinand von Hardenstein oder doch Wilhelm Leuschenthal, Pferdewirt auf Gut Hohensandau und nicht aner-kannter unehelicher Sohn des Ferdinand von Hardenstein und damit gleichzeitig unehelicher Stiefsohn von Gräfin Thyra. Den Familienstammbaum im hinteren Teil des Buches kann der Leser erst im Laufe des Romans verstehen und macht das Buch umso interessanter. Wie gehören Sophie und der Ziehbruder Roger in die Geschichte? Welches dunkle Geheimnis lastet auf ihnen?


    Meine Meinung: Ein historischer Roman, der ohne Vergewaltigung auskommt. Gleichzeitig wird der Standesunterschied zwischen Adel und Fußvolk sehr gut dar-gestellt. Entfernungen hatten in der Zeitepoche ganz andere Bedeutung, der Bau von Bahnschienen brauchte viele fleißige Hände, Wäsche waschen am Bachlauf für die heutige Zeit unvorstellbar.


    Fazit: Ein spannender historisch interessanter Roman, der die Vorfreude auf den zweiten Band wachsen lässt.

    Vorgelesen von Uli Rietmann

  • Vorgelesen: Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek

    Inhalt: Nora Seed ist unglücklich. Sie verliert ihren Job im Plattenladen, der Kontakt zu ihrer besten Freundin in Australien ist eingeschlafen und ihr Bruder hasst sie. Nachdem auch noch ihre Katze stirbt sieht sie keinen Sinn mehr zu leben. Nach einem versuchten Selbstmord wacht sie in der Mitternachtsbibliothek auf. Hier stapeln sich Millionen von Büchern mit möglichen Lebenswegen von Nora, die sich durch kurze Momente des Entscheidens alle unterscheiden. Wie wäre es ihr ergangen, wenn sie ihre Freundin begleitet hätte? Oder wenn sie dem Drängen ihres Vaters nachgegeben hätte und die Schwimmlaufbahn eingeschlagen hätte? Hier hat Nora nun die Möglichkeit, ein Leben zu finden, in dem sie glücklich geworden wäre. All ihr Bereuen von ausgelassenen Chancen kann sie rückgängig machen.


    Meine Meinung: Matt Haig gelingt mit diesem Buch eine Ode an das Leben. Soviel man auch selber manchmal denkt: was wäre, wenn ich etwas anders gemacht hätte? Wäre es doch nicht mein Leben. Steh zu deinen Entscheidungen, denn sie gehören zu einem mit allen Ecken und Kanten.


    Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch über die großen und kleinen Auswirkungen in einem Menschenleben. Das perfekte Leben gibt es nicht, denn das Leben hat einfach seine Ecken und Kanten, und gerade diese machen einen stark für das Leben.

    Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Carsten Henn – Der Buchspazierer

    Inhalt: Buchanfang "Es heißt, Bücher finden ihre Leser - aber manchmal brauchen sie jemanden, der ihnen den Weg weist."


    Carl Christian Kollhoff ist Buchhändler und liefert abends nach Feierabend noch Bücher aus für seine Kunden. Er läuft durch sein Dorf und genießt diese Spaziergänge. Jeder Kunde bekommt von ihm einen passenden literarischen Namen. Er begegnet dem reichen Mr. Darcy, der alleine in seiner Villa wohnt, dem durchtrainierten Herkules, aber auch der schüchternen und traurigen Effi Briest


    Eines Tages taucht die neunjährige Schascha auf und überrumpelt den alten Mann mit ihrer Offenheit und ihrem Temperament. Sie stellt genau die richtigen Fragen und bringt ihn zum Grübeln. All seinen Kunden bringt er einzeln in Packpapier verpackte bestellte Bücher. Aber vielleicht braucht ein trauriger Mensch nicht noch mehr traurige Bücher, sondern etwas fröhliches?


    Doch dann wird Carl von einem Schicksalsschlag heimgesucht und er verliert daraufhin seine Stelle in der Buchhandlung. Ohne Aufgabe, ohne Sinn, ohne Bücher hat das Leben für ihn keine Bedeutung mehr. Da kann nur Schascha helfen, oder?


    Meine Meinung: das Buch ist eine wundervolle Geschichte über das Buch als Lebensretter. Jeder braucht Bücher - in jeder Lebenslage kann ein bestimmtes Buch helfen. Die Geschichte von Carsten Henn ist eine Liebeserklärung an das Buch, hat aber auch seine traurigen Stellen.


    Fazit: Für jeden Leser eine Bereicherung, um etwas über die Macht der Geschichte zu erfahren. Absolute Leseempfehlung!!
    Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgespielt: Trehgrannik: Natives – Dein Stamm

    Trehgrannik : Natives. Kosmos – Verlag 2019. Spiel für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer: ca. 30 Minuten

    Inhalt: 200 Spielkarten, Spielanleitung


    Natives ist ein Karten-Legespiel für 2 – 4 Spieler. Jeder Spieler hat als Ausgangs-
    situation 7 Indianerstamm-Mitglieder. Durch das Anlegen von Karten vergrößert sich der Stamm und die Möglichkeit, punktebringende Aktionskarten anzulegen, z.B. je mehr Jäger der Stamm hat desto mehr Bisons können erlegt werden. Dabei bringen Stammesmitglieder in der eigenen Farbe + Punkte, die der anderen Spieler – Punkte. Dennoch kann es sinnvoll sein, gegnerische Stammesmitglieder aufzunehmen, um über die Aktionskarten Punkte zu machen.


    Meine Meinung: Mir gefallen die leichten Spielregeln, das wenige Material, der Preis (ca. 12,00 Euro) und vor allem, dass das Spiel in allen Spielervarianten sehr gut und interessant ist. Außerdem enthält das Spiel direkt 3 Erweiterungen.


    Fazit: Ein leichtes Kartenspiel für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren, die nicht lange Spielanleitungen studieren möchten, sondern lieber schnell anfangen wollen.

    vorgespielt von Uli Rietmann

  • Vorgelesen: Matt Ruff – 88 Namen

    Inhalt: John Chu ist ein Sherpa. Er begleitet seine Kunden in die digitalen Welten der Online-Rollenspiele. Zusammen mit seinen Mitarbeitern passen sie sich als Gruppe an den gut zahlenden Kunden an und führen ihn durch die gewünschten Dungeons der beliebtesten Spiele.


    Der neueste Kunde scheint jedoch etwas merkwürdig zu sein. Mit ihm fängt John ganz von Anfang an. Er lernt die Rollenspiele von seinen Anfängen her kennen, hat aber dabei eine enorm schnelle Auffassungsgabe. Johns Verdachtet verhärtet sich immer mehr, dass kein anderer als der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hinter dem Titel Mr. Jones steckt. Bei einem Weltraumkampf Russland gegen USA flippt dieser fast aus, als der Kampf sich zu Gunsten der Amerikaner wendet... Probleme bereitet John dabei auch noch, dass ein Mitarbeiter von Mr. Jones ihn bedroht und alle seine Kollegen genau observieren und durchleuchten lassen will. Es soll nichts unvorhergesehenes passieren.


    Da kommt es John leider nicht sehr gelegen, dass er während dieses heiklen Auftrags Stress mit seiner Exfreundin bekommt. Sie ist selber viel online unterwegs und schwört ihm nach einer unglücklichen Trennung, seine berufliche und private Existenz zu vernichten.


    Meine Meinung: Ich fand das Thema dieses Buch sehr interessant und konnte, zusammen mit Mr. Jones, nochmal in die Anfänge der Rollenspiele blicken. Es kamen viele witzige Erinnerungen hoch, wie zum Beispiel das Schimpfwörterduell bei "Monkey Island". Einige Szenen fand ich ein wenig verstörend, aber ich denke, das liegt einfach an dem Thema und dem Autor. Einige Stellen sind etwas langatmig, wenn Dinge zum Thema Rollenspiele möglichst verständlich erklärt werden. Spannend bleibt es aber bis zum Schluss, wer denn nun Mr. Jones ist und was die geheimnisvollen Agenten und auch Johns Mutter mit all dem zu tun haben.


    Fazit: Ein interessanter Einblick in die Welt der Rollenspiele, mit all seinen Möglichkeiten und Unwägbarkeiten. Mit wem spiele ich gerade online? Was kann der andere über mich herausfinden? Zum Teil ein wenig erschreckend, aber genau passend in unserer Zeit.

    Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Laetitia Colombani - Das Haus der Frauen

    Inhalt: Paris, heute: Die erfolgreiche Anwältin Solène stellt nach einem Zusammen-bruch ihr Leben in Frage und findet als Schreiberin in einem Pariser Frauenhaus eine neue Aufgabe. Sie schreibt im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe z.B. an die Ausländerbehörde oder an einen zurückgelassenen Sohn. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder ein Sinn.


    Paris, 1925: Die mutige Blanche treibt zusammen mit ihrem Mann und Weggefährten Albin mehrere Millionen Francs auf, um ein Zufluchtsort für über 700 obdachlose Frauen in Paris einzurichten. Mit großer Leidenschaft und unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit setzt sie sich als Mitglied der Heilsarmee für die in Not geratenen Frauen ein.


    Solène beschließt, die Geschichte über die mutige Frau Blanche Peyron, die vor hundert Jahren allen Wiederständen zum Trotz den Schutzort für Pariser Frauen in Not schuf, aufzuschreiben.


     Meine Meinung: Mich hat die Protagonistin Blanche sehr beeindruckt. Sie hat etwas Unmögliches geschafft – nicht für sich, sondern für Menschen in Not. Dabei haben mich zwei Sätze besonders berührt: „Man darf nicht unterschätzen, was kleine Gesten oder ein Lächeln vermögen, sie haben große Wirkung. Sie sind wie ein Schutzwall gegen Einsamkeit und Trübsinn.“ Ich finde, das passt gerade in die heutige coronabedingte besondere Zeit.


     Fazit: Zwei unterschiedliche, starke Frauen, die sich zu verschiedene Zeiten für andere Frauen eingesetzt haben.
    Vorgelesen von Uli Rietmann.

  • Vorgelesen: Michelle Marly - White Christmas : das Lied der weißen Weihnacht

    Inhalt: Der jüdisch-russische Einwanderer Irving "Berlin" Baline wächst in New York auf und verdient bereits als Jugendlicher Geld als ein Singing Waiter in einem Cafe. Dafür bringt er sich das Klavierspielen selber bei und hat immer ein Lied auf den Lippen. Durch seine fröhliche Art, aber auch durch harte Arbeit gehört er schon bald zu den besser Verdienenden New Yorks. Er komponiert Lieder, die große Hits am Broadway werden und in aller Munde sind.


    Er lernt als Erwachsener die quirlige Ellin MacKay kennen und lieben, der jedoch diese Liaison verboten wird von ihren Eltern. Irving ist kein Mann von Adel. Immer wieder vertröstet der Vater Ellin, noch zu warten mit einer Beziehung. Immer wieder muss sie den Verstand vor ihr Herz stellen.


    In wechselnden Zeitabschnitten wandert man zwischen den Kennenlernjahren in den 30ern bis hin zu Weihnachten 1937, als Irving sich ganz alleine, ohne seine geliebte Familie, in Los Angeles aufhält, und nicht die weihnachtliche, weiße Schneepracht sehen kann. Er trauert nach einem harten Schicksalsschlag und wünscht sich nichts sehnlicher, als bei seiner Familie zu sein. Aus diesem Gefühl heraus entsteht sein bekanntestes der 1000 Lieder: "I'm dreaming of a white christmas".


     Meine Meinung: Eine sehr anrührende Biografie des Komponisten Irving Berlin. Natürlich kenne ich das Lied, aber die Geschichte dahinter ist mir neu. Ich betrachte das Lied jetzt noch einmal anders, melancholischer. Der Roman zeigt aber auch, wie stark und unverrückbar sich Irving und Ellin liebten..


     Fazit: Eine absolute Lesempfehlung für Biografieinteressierte, aber auch für die, die eine schöne Liebesgeschichte lesen möchten, in der nicht alles sofort so gut läuft. Und wenn man dann noch an einem kalten Tag vor dem warmen Ofen sitzt und einen Tee trinkt ist das Lesegefühl perfekt.
    Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Beth O’Leary - Love to share

    Inhalt: Tiffy lebt in London, ist Lektorin und irgendwie dauerpleite. Um dennoch weiterhin am Puls der Zeit zu bleiben antwortet sie auf die Anzeigen von Leon, der jemanden sucht, der sich seine Wohnung in bester Londoner Lage mit ihm teilen will. Da die Wohnung leider klein ist, Leon aber dringend Geld braucht hat er eine geniale Idee: er arbeitet als Palliativpfleger in der Nachtschicht und ist daher nur tagsüber in seiner Wohnung. Tiffy arbeitet entgegengesetzt, so dass sie Wohnung/Bett nur nachts braucht und über Tag im Büro arbeitet. Diese etwas seltsame Situation kriegen aber beide sehr gut gelöst, da sich beide auch nie über den Weg laufen.


    Genau beobachtet wird diese Zweckgemeinschaft von Leons Freundin, die Sorge um ihr „Eigentum“ Leon hat.


    Das Buch könnte nun zu Ende sein, wenn Tiffy nicht eines Tages anfangen würde, kurze Notizen und selbst gebackene Kekse mit Leon zu teilen. Dieser antwortet ihr immer wieder, so dass regelrechte Gespräche (mit einem halben Tag Abstand) entstehen. 


    Meine Meinung: Ich war sofort hin und weg von Tiffys lockerer Art. Natürlich kann man damit auch immer wieder auf die Nase fallen (was man an ihrem nervigen Exfreund Justin sieht), aber sie berappelt sich immer wieder und geht mit einem Lächeln einen anderen Weg. Die Konversation über die Post-Its sind echt witzig, tiefschürfend und zu Tränen rührend. Auch die Freunde von Tiffy sind echte Unikate!

    Fazit: Eine Liebesgeschichte auf Umwegen mit vielen Post-Its. Eine absolute Leseempfehlung!!


     Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Thomas Thiemeyer - WorldRunner – Die Jäger (1)

    Inhalt: Es fing mit Geocaching an. TIms Mutter hat ihn damit begeistert, mit Hilfe eines GPS-Geräts versteckte Tupperdosen zu finden. Nun ist Tim einen Schritt weiter gegangen und als WorldRunner unterwegs. Über das Darknet bekommt er einen Zugang zu der Seite, auf der weiterhin Verstecke zu finden sind, allerdings ist der Weg zu diesen nicht immer auf legale Weise zu erreichen. Dabei filmen sich die Runner und teilen die Filme im Internet. Je aufwändiger das Versteck desto spektakulärer sind die Videos. Durch die hohe Anzahl der Clicks für sein letztes halsbrecherisches Video gehört Tim nun zu den hundert besten WordRunnern.


    Er ist einer von hundert Mitspielern, die eine zeitlich begrenzte Challenge absolvieren sollen. Sieben Caches sind an sieben verschiedenen Orten versteckt und nur die schnellsten kriegen die Punkte dafür. Der Gewinn sind 1000 Euro – und noch eine Überraschung dazu. 


    Meine Meinung: Zusammen mit Tim geht man auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd durch ganz Deutschland und muss mit Hilfe von viel Grips und Geheimcodes die Rätsel lösen. Super spannend bis zum Schluss!


    Thimeyer gelingt es mit seinem zweibändigen WorldRunner den Puls der Zeit zu treffen: Geocaching trifft Gaming in einer actionreichen Geschichte. 


    Fazit: ein absoluter Pageturner mit viel Action, Rätseln und Besuchen an bedeutenden historischen Bauwerken.
    Vorgelesen von Anja Wansing.

  • Vorgelesen: Dave Eggers - Die Parade

    Nach einem Bürgerkrieg in einem nicht weiter benannten Land soll nun ein Straße den armen Süden mit dem reichen Norden verbinden. Zwei Männer, die nur die Namen Neun und Vier bekommen, sollen eine Maschine überwachen, die diese Straße bauen wird. Vier weiß genau, was zu tun ist und achtet penibel darauf, den Zeitplan einzuhalten, denn sobald die Straße fertig ist, soll es eine Parade geben. Neun allerdings hat sich für diesen Job gemeldet, um das Land und die Menschen kennen zu lernen. Immer wieder macht er Abstecher in die nahen Dörfer, nimmt Kontakt auf mit den armen Menschen und schließt Freundschaften. Ihre Streitereien mehren sich, bis einer plötzlich hohes Fieber bekommt und der andere auf Hilfe angewiesen ist.


     


    Mich haben die beiden Straßenbauarbeiter echt beeindruckt. Sie sind so unterschiedlich in ihrem Wesen und Handeln, dass ich mich wieder gefragt habe: wo sehe ich mich in meinem Handeln? Obwohl das Buch keine 200 Seiten hat, stecken viele Emotionen da drin. Es kommen Fragen zum Thema Entwicklungshilfe. Wie viel Unterstützung braucht oder will ein Land? Wenn ich Gutes tun will, tue ich das wirklich durch mein Handeln?


    Ein gesellschaftskritischer Roman über das Pro und Contra zum Thema Entwicklungshilfe. Unbedingt lesenswert!


    Vorgelesen von Anja Wansing


     

  • Vorgelesen: Robert Seethaler - Der letzte Satz

    Inhalt: Gustav Mahler ist auf dem Höhepunkt seiner musischen Kariere. Er ist ein gefeierter Komponist, Dirigent und Operndirektor, der sich nun auf der Rückreise von Amerika nach Europa befindet. Doch in seinem Inneren ist er müde und leer – zu lange hat sein Körper gegen immer wiederkehrende Krankheiten gekämpft. Er liegt in einem Sessel und schaut auf das Meer hinaus, mit den Gedanken in der Vergangenheit. In kurzen Abschnitten erfährt man von den mühsamen Anfängen seines Schaffens, die glückliche Zeit mit Alma, der Liebe seines Lebens und die Trauer über den Tod seiner Tochter Maria. Es ist seine letzte Reise.


    Meine Meinung: Dies ist ein leises Buch. Man gleitet auf dem Schiff durch die ruhige See und folgt Gustav Maher in seinen Gedanken. Seine kurzen Einblicke in Episoden seines Lebens scheinen mir wie Seifenblasen, die kurz zu sehen sind und dann verschwinden, so dass man wieder auf dem Deck des Schiffes landet. Man liest zwischen den Zeilen, dass es ihm nicht gut geht und er in Gedanken bereits Abschied nimmt von all seinen Lieben, die ihn im Leben begleitet haben.


    Fazit: Ein kurzes schön zu lesendes Buch über einen bemerkenswerten Mann.


    (gelesen von Anja Wansing)

  • Vorgelesen: Tsokos, Michael - Zerrissen

    Inhalt: Ein Kleinkind wird grausam ins Koma geprügelt. Eine Frau erwacht im Leichensaal. Ein junger Mann wird schwer misshandelt in einem Boxsack eingenäht aufgefunden. Und ein libanesischer Clan treibt in Berlin sein Unwesen.


    Rechtsmediziner Fred Abel ermittelt in Michael Tsokos‘ viertem Thriller auf heißem Pflaster, da es sich bei einem Opfer um die zweijährige Nichte seiner Kollegin und guten Freundin Sabine Yao handelt. Sein Freund Lars Moewig untersucht auf eigene Faust und gerät ins Visier libanesischer Krimineller. Diesmal muss Fred Abel um sein Leben und das seiner Freunde fürchten…


    Meine Meinung: Auch dieser Roman überzeugt mich voll und ganz. Der Autor schreibt sehr detailliert und lässt auch die schauderhaftesten rechtsmedizinischen Details nicht aus. Da er selbst Rechtsmediziner ist, wird das Ganze auch absolut authentisch dargestellt. Viele der erwähnten Fälle basieren auf realen Verbrechen, die er erlebt hat. Der Roman ist spannend aufgebaut und besticht durch knallharte Action sowie ein überraschendes, offenes Ende.


    Fazit: Ein wirklich spannender True-Crime-Thriller, durch die  vielen Obduktionsdetails aber nichts für schwache Nerven. Absolut zu empfehlen!

    (gelesen von Noura El Shoura)

  • Vorgelesen: Elke Heidenreich - Männer in Kamelhaarmänteln

    Inhalt: Elke Heidenreich schafft es, interessante, traurige, lustige und absurde Geschichten zu erzählen rund um das Thema Mode. In kurzen Episoden verbindet sie private Erinnerungen mit lieb gewonnen Kleidungsstücken. Mal beobachtet sie den netten lesenden Mann am Nachbartisch mit dem Kaschmirpullover, oder sie trauert um das einmalige aber ruinierte Satinkleid aus ihrer Jugend. Immer wieder weiß sie Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit, die sie in Verbindung bringt mit besonderen oder alltäglichen Kleidungsstücken.


    Meine Meinung: Mir haben die Geschichten sehr gut gefallen. Die Autorin zeigt viele kurze Szenen aus ihrem Leben von Kindheit an. Besonders gut hat mir die Geschichte mit ihrem Kater Nero gefallen, der ihr letztendlich sogar zum Ruhm als Autorin verholfen hat. Was dieser mit einem weißen Hemd und einer Portion Grünkohl mit Mettwurst zu tun sollte jeder selber nachlesen dürfen.


    Vor allem finde ich gut, dass man sich in vielen Geschichten wieder findet. Jeder hat einige Dinge im Kleiderschrank, mit denen man gute und schlechte Erinnerungen verbindet. Hat nicht letztendlich jedes Kleidungsstück eine Geschichte zu erzählen? Als kleinen Bonus erwähnt die Autorin am Ende des Buches berühmt gewordene Kleidungsstücke: wer kennt nicht das himmelblaue Ballkleid von Sissi, oder Frack und Zylinder von Marlene Dietrich?


    Fazit: Ein schönes Buch für sich selber oder auch zum Verschenken. Anschließend schaut man seine Kleidungsstücke anders an – vielleicht mit einem verträumten Lächeln …


    Vorgelesen von Anja Wansing


     

  • Vorgelesen: Regine Kölpin - Strandkorbküsse oder der Anti-Verliebtheitspakt

    Regine Kölpin entführt uns mit ihrem Buch nach Ostfriesland, wo diese ebenfalls wohnt, zu Dana und Fee, zwei Freundinnen, die durch dick und dünn gehen. Doch dann erscheinen plötzlich Mick und Chris auf der Bildfläche und die Freundschaft der beiden Freundinnen wird auf eine harte Probe gestellt. Sie wollen einander nicht verletzten, aber sie können, und das merkt man vor allem bei Fee, ihre wachsenden Gefühle nicht ignorieren.

    Die Autorin beschreibt hier wundervoll die erste Liebe der beiden Freundinnen und die Probleme, die damit entstehen und wie die beiden diese gemeinsam lösen.


    Ein großer Pluspunkt, welcher für das Buch spricht, sind die darin vorkommenden Themen, nämlich das BMX-Fahren und die verschiedenen Arbeiten auf einem Schafhof. Deshalb liest man als Leser nicht nur die Geschichte, sondern wird gleichzeitig auch gut über die vorher genannten Themen informiert.

    Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist auf den letzten Seiten. Dort befinden sich verschiedene Strickanleitungen zu genau den Sachen, die Dana und Fee in der Geschichte gestrickt haben. 


    Fazit: Zusammengefasst ist das Buch ein toller Roman für junge Mädchen, der das Thema der ersten Liebe wirklich gut umgesetzt hat. Zudem sind die Strickanleitungen am Ende des Buches eine wirklich tolle Idee, da man zuerst eine Einführung in das Stricken generell bekommt und schließlich die Dinge beschrieben sind, die Dana und Fee auch gestrickt haben.


    (gelesen von Lea Möller)

  • Vorgelesen: Laura Baldini - Lehrerin einer neuen Zeit

    Inhalt: Maria Montessori schafft es als eine der ersten Frauen, den Beruf des Arztes zu erlernen. Trotz aller Steine, die ihr in den Weg gelegt werden von den Mitschülern und Lehrern macht sie ihren Abschluss mit Auszeichnung. Während ihrer Besuche in einer Klinik für Geisteskranke ist sie erschüttert über die Zustände der Kinder in der Kinderabteilung. Sie werden, ebenso wie die Erwachsenen, mit einer neuen Elektrotherapie behandelt und müssen still auf ihren Betten sitzen. Ihr gelingt es, Kontakt mit den Kindern aufzunehmen und sie durch einfache Holzspielzeuge zum Lernen zu animieren. In ihrem privaten Leben ist sie nun oft im Ausland unterwegs und hält Vorträge. Dies neidet ihr der Kollege Montesao, mit dem sie eine Affäre hat. Aber wie so oft stellt sich die Frage, was einem wichtiger ist: Karriere oder Liebe?


    Meine Meinung: Diese Romanbiografie von Maria Montessori zeigt das Bild einer starken Frau, die jedoch auch oft genug an sich selber zweifelt. Ihr Wunsch, den Kindern etwas Gutes zu tun ist enorm. Auch will sie allen Frauen weltweit Mut machen, sich in der Männerwelt zu behaupten. Und trotz allem sehnt sie sich nach den Armen ihrer Liebe.


    Fazit: Ein spannender und informativer Roman über die Entstehung der Montessori-Pädagogik und einer Frau, die ihrer Zeit voraus war.


    Vorgelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Kristoff, Jay - Die Prüfung

    Inhalt: Vor sechs Jahren wurde Mia Corveres Vater als Verräter denunziert und hingerichtet, ihre Familie grausam zerstört. Unter falschem Namen nimmt sie der Antiquitätenhändler Mercurio auf, doch ist dieser nicht nur ein einfacher Händler: Als „Shahiid“ bildet Mercurio seit vielen Jahren tödliche Assassinen im Namen der Roten Kirche aus. Mia übersteht die harte Ausbildung und wird zur finalen Prüfung in die Wüste von Ashkah geschickt, wo sie von der Roten Kirche zur Klinge geweiht wird, um endlich Rache nehmen zu können – wenn sie die  gefährlichen Prüfungen überlebt… Der Auftakt einer dreibändigen Reihe.


    Meine Meinung: Der Autor erschuf hier ein wildes, fantastisches Universum voller Korruption, Tod und Magie, die auch mit politischen Verstrickungen nicht geizt. Der Leser verfolgt Mias Weg zur Roten Kirche und erfährt gleichzeitig in Flashback-Kapiteln von ihrer Vergangenheit und den Umständen, die sie zu den Assassinen gebracht haben. Der anschauliche, detaillierte Schreibstil sowie die Tatsache, dass zum Beispiel lateinische Ausdrücke oder arabisch klingende Wörter charakteristisch für verschiedene Regionen der Welt sind, zeugt ebenfalls von hoher Kreativität und sorgt für Abwechslung und Spannung.


    Fazit: Ein fesselnder Fantasy-Roman über den Weg einer jungen Frau in einer grausamen Welt, wo nur die Starken überleben. Vergleichbar mit der Hexer-Saga , Game of Thrones oder den Weitseher-Romanen.


    (gelesen von Noura El Shoura)
  • Vorgelesen: Michael Christie - Das Flüstern der Bäume

    Was hat eine Familie mit einem Wald gemeinsam? Alle einzelnen Lebewesen sind auf eine gewisse Weise miteinander verbunden. So auch in diesem Familienroman, der sich über vier Generationen erstreckt.


    Wie die Jahresringe der Douglasien wird die Geschichte der Familie Greenwood über vier Generationen erzählt. Vom Jahr 2038 geht es chronologisch zurück bis zum Jahr 1908 und wieder vorwärts bis zum Jahr 2038.


    Da ist die Baumkundlerin Jacinda, die ihre Vorfahren nie persönlich kennengelernt hat. Ihr Vater war Zimmermann, ihre Großmutter hat sich als Ökoaktivistin dem Schutz der Wälder verschrieben. Mit den Brüdern Everett und Harris beginnt die Geschichte der Greenwoods, die als Holzfäller und Holzhändler zu einer der größten Firmen der Holzbranche wurden.


    Jahresring für Jahresring wird die Geschichte aufgeblättert und man taucht ein in eine spannende Geschichte voller Schicksalsschläge und verschlungener Familienverbindungen.


    Das Buch startet mit einer Illustration von einer Baumscheibe, bei der die Jahresringe die einzelnen Abschnitte im Buch veranschaulichen. Jede Generation ist tief verbunden mit den Kanadischen Wäldern und insbesondere mit den riesigen Douglasien auf Greenwood Island vor der Küste.


    Beim Lesen des Buches muss man sich erst einmal darauf einlassen, dass man die Geschichte rückwärts liest. Der kanadische Autor Michael Christie schafft es, dass man schnell in die Geschichte eintaucht und sich auf das Leseerlebnis einlässt. Nach und nach werden Familiengeheimnisse offengelegt, und Verbindungen der einzelnen Generationen werden deutlich.


    Insgesamt ist es eine spannende Familiengeschichte, wie ein Rätsel, bei dem man ungeduldig nach der Lösung sucht. Das Buch kann allen empfohlen werden, die Geschichten mit Ecken und Kanten mögen und nicht ein strahlendes Happy End brauchen.


     (gelesen von Peter Mählmann)

  • Vorgelesen: Thomas Hettche - Herzfaden

    Ein zwölfjähriges Mädchen verirrt sich nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste auf dem Speicher des Hausen und trifft plötzlich auf einige Marionetten. Prinzessin Li Si, Urmel und noch viele andere Figuren heißen sie willkommen und laden sie ein, der Geschichte von Hatü zu lauschen.


     


    Hatü heißt eigentlich Hannelore Oehmichen und ist die Tochter von Walter Oehmichen. Im zweiten Weltkrieg lernt der Schauspieler einen Marionettenschnitzer kennen. Bei seiner Rückkehr wird bald klar, dass er nicht weiter als Schauspieler arbeiten darf. Aber er hat noch die Momente in Erinnerung, als er mit dem Marionettenschnitzer Figuren aus Holz entstehen ließ, und diese den Soldaten durch kurze Geschichten die Grausamkeiten des Krieges vergessen ließen. Diese Glücksmomente will er nun zusammen mit seiner Familie nach Augsburg holen. Die ersten Märchen sind schnell ausgesucht, und auch seine Tochter HaTü ist mit viel Eifer dabei, Figuren zu schnitzen.


    Wir erleben die Nachkriegszeit mit all seinen Wundern und Schrecken. Viele Städte sind zerstört, Menschen gestorben und die, die noch leben müssen sehen, wo sie ihr Essen herbekommen und den Tag überstehen. Gerade in dieser Zeit berührt der Zauber der Augsburger Puppenkiste groß und klein, denn es kann so einfach sein, für ein paar Minuten in einem Märchen zu verschwinden und auf ein gutes Ende zu hoffen.


    Wir erleben aber auch die Entstehung eines Marionettenstücks von der Idee, über die Bühnenbildgestaltung, Musik und die Figuren selber. Alles zielt auf den einen Moment, in dem mehrere Menschen konzentriert über der Spielbrücke hängen, die Kreuze der Figuren in der Hand und den Ablauf wie eine Choreographie im Kopf. Die Sprecher stehen bereit und werden den Marionetten ihre Stimmen leihen.


    Wir erleben die Entstehung der Marionette, wie sie sich Stück für Stück aus dem Lindenholz schält und nach und nach mit den Fäden zum Leben erweckt wird. Das ist das, was Walter Oehmichen möchte: den Zuschauern zeigen, wie lebendig und voller Gefühle auch eine Marionette sein kann. „Der Herzfaden einer Marionette macht uns glauben, sie sei lebendig, denn er ist am Herzen der Zuschauer festgemacht.“ (Seite 64)


    Unterbrochen wird die Geschichte von Hatü immer wieder von dem Mädchen auf dem Speicher, das dem Geist von Hatü zuhört und selber dort magische Momente mit den Marionetten erlebt. Sie fühlt sich jedoch von der bekanntesten Figur, dem Kasper, bedroht und muss mit Hilfe von Li Si, Urmel, Jim Knopf und dem kleinen König Kalle Wirsch herausfinden, was es mit ihm auf sich hat.


    Meine Meinung: Dieser Roman ist mit vollem Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Hettche gelingt es auf fast magische Weise, die Anfangszeiten der Augsburger Puppenkiste wieder zu erwecken und lässt einen mit Hatü und ihrem Vater gemeinsam über der Spielbrücke stehen. In den schweren Zeiten in und nach dem Krieg geben beide nie auf und stecken all ihre Hoffnungen und Wünsche in die Marionetten. Ein wunderbarer, aber auch manchmal trauriger Roman für alle, die den Funken Leben in den Marionetten spüren.


     


    Fazit: Ein absolut lesenswerter Roman über die Entstehung der Augsburger Puppenkiste in einer Zeit, wo ein wenig Magie und Lachen lebensnotwendig war.


    Vorgelesen von Anja Wansing


     

  • Vorgelesen: Karsten Dusse - Achtsam morden (& Das Kind in mir will achtsam morden)

    Anwalt Björn Diemel hat Stress! Seine Frau meint, er verbringe zu wenig Zeit mit seiner Tochter, sein wichtigster Mandant Dragan Sergowicz ist unzufrieden mit seinen Clanmitarbeitern, lässt das aber an ihm aus und Björn muss alles unter einen Hut bekommen.
    Bevor es zur Scheidung kommt drängt ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitskurs bei Joschka Breitner. Wutschnaubend will Björn auch diesen Termin hinter sich bringen, erfährt aber vom seinem neuen Coach viel Zuspruch und wertvolle Lebenstipps.
    Er findet Zeitinseln, die er für seine Tochter, für sich und für seine Arbeit nutzt. Während des Vater-Tochter-Wochenendes kommt es zu Komplikationen: der Schwerkriminelle Dragan legt sich mit der Polizei und einem verfeindeten Clan an und Björn soll ihn nun retten. Dieser beschließt daraufhin, alles achtsam anzugehen, getreu dem Ratgeber von Joschka und bringt Dragan (aus Versehen und ganz achtsam) um.

    Diese ganzen Probleme, die sich nach und nach bei Björn anhäufen sind echt enorm und ich finde es erstaunlich, wie er mit den Ratschlägen des (fiktiven) Achtsamkeitscoachs sein Leben nach und nach wieder auf die Reihe bekommt. Die Kapitel fangen immer mit kurzen, prägnanten Zitaten an und ich war schon immer gespannt, wie Björn das nun in sein Leben integrieren würde.


    Band 2 „Das Kind in mir will achtsam morden“ erschien.


    Ein Krimi mit einem augenzwinkernden Blick auf das zur Zeit angesagte Thema Achtsamkeit. Super zum einfach weglesen, wenn man so manche Passage mit blutigen Einzelheiten aushält.

    Gelesen von Anja Wansing

  • Vorgelesen: Rye Curtis - Cloris

    Die Texanerin Cloris Waldrip (72 Jahre) macht mit ihrem Ehemann einen Rundflug über die Bitterroot Mountains in Montana. Als die kleine Maschine über den Gipfeln des Gebirges abstürzt, überlebt nur Cloris auf wundersame Weise das Unglück.


    Ganz auf sich gestellt macht sich Cloris auf den Weg durch die Wildnis zurück in die Zivilisation. Noch ahnt sie nicht, dass ihr Survival-Trip mehr als drei Monate dauern wird. Auf Ihrem Weg kommt Sie schnell an ihre Grenzen, und kurz vor der Verzweiflung erhält sie die Hilfe von einem Mann, der sich in den Bergen vor der Polizei versteckt.


    Gleichzeitig macht sich die Rangerin Debra Lewis auf die Suche nach Cloris Waldrip, auch wenn sie dabei kaum Unterstützer findet, da alle Kollegen nicht glauben wollen, dass die alte Frau noch am Leben ist.


    Erzählt wird diese abenteuerliche Geschichte im Wechsel aus Cloris und Debras Perspektive. Aber es ist mehr als nur die Geschichte eines Überlebenskampfes zweier starker Frauen in der Wildnis Montanas. Es ist eine Reflektion über das eigene Leben und die Wandlung, die außergewöhnliche Ereignisse bewirken können.


    Der US-Autor Rye Curtis schafft es in seinem Debüt, die Protagonisten so gut zu beschreiben, dass bei den Leser*innen sofort ein Bild von den verschrobenen Persönlichkeiten im Kopf entsteht.


    Egal ob man das Buch als Abenteuerroman oder Persönlichkeitsbeschreibung liest, es ist spannend in die Wälder der Bitterroot Mountains einzutauchen und an der Seite von Cloris und Debra eine spannende Geschichte zu erleben. Streckenweise mit fast philosophischen Lebensreflektionen regt es an, über eigene Sichtweisen nachzudenken.


    Auch wenn ich das Buch an einer Stelle fast zugeklappt hätte (zum Glück habe ich weitergelesen) kann ich es nur empfehlen. Passend für die herbstliche Lesezeit.


    (gelesen von Peter Mählmann)

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