Presse

  • Stadtbücherei St. Felizitas verändert ihr Gesicht komplett

    Lüdinghausen - 

    Die Stadtbücherei St. Felizitas bekommt ein völlig neues Innenleben und deutlich mehr Platz. Die Architekten stellten die Pläne am Donnerstagabend im Bauausschuss vor und erläuterten das neue Konzept der Bibliothek.

    Von Anne Eckrodt

    Die Stadtbücherei St. Felizitas bekommt ein völlig neues Gesicht – im Innern, aber teilweise auch äußerlich. Einen ersten Eindruck vermittelten die Architekten Arno Meyer und Tanja Werner am Donnerstagabend im Bauausschuss. „Das Vorhaben ist genehmigungsreif. Lediglich die Stellungnahme des Kampfmittelräumdienstes steht noch aus“, machte Meyer, dessen Büro für den Um- und Anbau zuständig ist, deutlich.

    Arno Meyer

    Arno Meyer Foto: Anne Eckrodt

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    Arno Meyer Foto: Anne Eckrodt

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    Das wird ein Holzbau werden, der auch eine Holzverkleidung bekommt.

    Arno Meyer

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    Vorausgesetzt, die Baugenehmigung kommt in den nächsten Wochen, soll es im Juli/August losgehen. Dann beginnt die Sanierung des bestehenden Gebäudes, das im hinteren Bereich einen zweigeschossigen Anbau bekommt. „Das wird ein Holzbau werden, der auch eine Holzverkleidung bekommt. Zum einen lassen sich die Elemente gut vorfertigen, zum anderen ist das eine nachhaltige Bauweise“, sagte Meyer. Direkt vom Anbau aus können die Büchereibesucher künftig in einen kleinen Lesegarten gehen. Zudem wird das Obergeschoss über einen Aufzug erreichbar sein. Die Nutzfläche vergrößert sich durch die Erweiterung von knapp 390 auf rund 570 Quadratmeter.

    Tanja Werner

    Tanja Werner Foto: Anne Eckrodt

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    Tanja Werner Foto: Anne Eckrodt

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    Wir bauen eine komplett neue Bibliothekstechnik ein.

    Tanja Werner

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    Das Gebäudeinnere wird nach dem Umbau nicht wiederzuerkennen sein. „Wir bauen eine komplett neue Bibliothekstechnik ein“, betonte Werner, deren Architekturbüro Leistungsphase für die Innengestaltung zuständig ist. So gibt es neben dem Eingang eine 24-Stunden-Rückgabe. Dafür muss das Kulturschaufenster weichen. Die Infotheke soll künftig weniger zur Verbuchung von Medien dienen, sondern als Informations- und Gesprächstresen. Daneben gibt es Selbstverbuchungsterminals sowohl für die Ausleihe als auch zur Rückgabe. Eigene Bereiche für Kinder und Jugendliche mit Platz für Lesungen und andere Veranstaltungen sind ebenfalls vorgesehen. Außerdem gibt es eine Kaffeeecke. „Es geht darum, die Aufenthaltsqualität zu steigern und die Medien nicht nur zu lagern, sondern stärker zu präsentieren und vorzustellen“, erläuterte Werner das Konzept.

    Landeszuschüsse

    Die Innengestaltung schlägt mit rund 385000 Euro zu Buche. Davon sind 340000 Euro förderfähig. Vom Land gibt es für die Maßnahme einen Zuschuss von 60 Prozent. Die verbleibenden Kosten teilen sich die Stadt (zwei Drittel) und die Pfarrgemeinde St. Felizitas (ein Drittel).

    Im ursprünglichen Zeitplan ist die Wiedereröffnung der Bücherei für Ostern 2018 vorgesehen. Ob sich der Termin halten lässt, ist jedoch fraglich. „Das hängt davon ab, wann es losgehen kann“, so der Beigeordnete Mathias Kortendieck.

    Zum Thema

    Die Bücherei kann nicht während der gesamten Umbauphase geöffnet bleiben. Daher suchen Büchereileiter Peter Mählmann und sein Team voraussichtlich ab Dezember für einige Monate ein leerstehendes Ladenlokal oder ähnliches. Wer so etwas zur Verfügung stellen kann, sollte sich in der Bücherei ('02591/ 5517) melden.

  • Entrümpeln ist angesagt

    Lüdinghausen - 

    Die Stadtbücherei St. Felizitas wird ab Sommer umgebaut und erweitert. Das Team um Büchereileiter Peter Mählmann arbeitet bereits jetzt mit Hochdruck an den Vorbereitungen. So ist beispielsweise Entrümpeln angesagt. Das beschert den Besuchern viele Schnäppchen.

    Von Anne Eckrodt

    In der Kinderecke herrscht eifriges Gewusel. Die Klasse 2b der Ostwallschule stattet an diesem Vormittag der Stadtbücherei St. Felizitas ihren monatlichen Besuch ab. Davon, dass auch hinter den Kulissen der von Stadt und katholischer Kirchengemeinde getragenen Einrichtung geschäftigeres Treiben als sonst herrscht, bekommen die Mädchen und Jungen nichts mit. Zu vertieft sind sie in ihre Lieblingsbücher.

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    Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

    Peter Mählmann

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    Ein gewohntes Bild für Büchereileiter Peter Mählmann und seine Kolleginnen. Die hauptamtlichen Kräfte bereiten zusammen mit den rund 35 Ehrenamtlichen die Umbauphase der Bibliothek vor. Die Einrichtung vergrößert ihre Fläche von knapp 390 auf 570 Quadratmeter (die WN berichteten). Dadurch entsteht unter anderem Platz für ein kleines Café, Leseinseln, PC-Plätze und einen Lesegarten. Außerdem ist ein zweistöckiger Anbau geplant, dessen Obergeschoss auch über einen Aufzug erreichbar sein wird.

    „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dazu gehört auch, dass wir unseren Bestand ausdünnen und uns von alten Sachen trennen“, erzählt Mählmann. Die entsprechenden Flohmarkttische mit Büchern und anderen Medien zu Schnäppchenpreisen sind nicht zu übersehen. Möglichst viel Ballast abwerfen – so lautet das Gebot der nächsten Wochen. Denn: Ganz ohne vorübergehende Schließung wird die Erweiterung nicht vonstatten gehen. Mählmann hofft, dass sich diese auf wenige Wochen beschränken lässt.

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    Wir müssen raus, wenn der Durchbruch gemacht wird.

    Peter Mählmann

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    „Zunächst wird der Anbau erstellt. In der Zeit läuft der Betrieb hier weiter. Allerdings müssen wir raus, wenn der Durchbruch gemacht wird“, erläutert der Bibliothekar den Ablaufplan. Ein Datum für den vorübergehenden Auszug gibt es noch nicht, es hängt von der Baugenehmigung und dem Start der Arbeiten ab. Mählmann: „Ich gehe jedoch davon aus, dass wir auch die Sommerferien über noch hier sein werden.“

    Leerstehendes Ladenlokal gesucht

    Derzeit ist die Bücherei auf der Suche nach einem leerstehenden Ladenlokal, in dem sie vorübergehend für einige Monate ihre Zelte aufschlagen kann. Auf diese Weise soll die Komplettschließung in möglichst engen Grenzen gehalten werden. „Das wird natürlich nur eine Übergangslösung mit einem deutlich reduzierten Angebot“, macht Mählmann deutlich. Auch auf Sonderaktionen wie das „Kopfkino“ müssen die Lüdinghauser eine Weile verzichten. Dafür wird es eine Sonderaktion der ganz speziellen Art geben: Unter dem Motto „Leihen Sie uns leer“ soll es kurz vor dem Auszug aus den alten Räumen die Möglichkeit geben, viele Medien auf einmal mit nach Hause zu nehmen – und das für mehrere Monate. „Uns fehlt einfach der Platz, um alles einzulagern“, so der Büchereileiter. Wann der Startschuss für diese Aktion fallen wird, ist noch offen.

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    Nur damit lassen sich künftig die Selbstverbuchung von Ausleihen und die Rückgabe per Außenschalter nutzen.

    Peter Mählmann

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    Angefangen hat das Team hingegen bereits mit einer anderen Aufgabe: Für die neue Technik, die mit dem Umbau Einzug halten wird, müssen alle 34000 Medien mit einem sogenannten RFID-Chip versehen werden. Nur damit lassen sich künftig die Selbstverbuchung von Ausleihen und die Rückgabe per Außenschalter nutzen, erklärt Mählmann.

    Viel Arbeit also für das gesamte Team. „Dabei bemühen wir uns, die Einschränkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten“, betont der Büchereileiter. Die in ihre Lektüre vertieften Grundschüler sind der beste Beweis dafür, dass das bislang gelingt.

    Zum Thema

    Über den aktuellen Stand des Umbaus informiert die Bücherei auf ihrer Facebookseite. Diese lässt sich auch von denjenigen aufrufen, die selbst nicht in dem sozialen Netzwerk sind.     | www.facebook.com/ buecherei.lh


  • Ein Flaggschiff entsteht

    Lüdinghausen - 

    Stolze 385000 Euro werden in die Innengestaltung der Stadtbücherei investiert. Das erklärte Bernadette Hartmann, die Sprecherin des Büchereirates der Kirchengemeinde St. Felizitas. 204000 Euro davon kommen vom Land. Im Sommer sollen die Umbau- und Erweiterungsarbeiten der Bibliothek starten.

    Von Peter Werth

    Deutlicher heller und großzügiger – so wird sich nach der Erweiterung die Stadtbücherei St. Felizitas präsentieren. Von bislang knapp 390 auf dann 570 Quadratmeter wird die Fläche vergrößert. Viel Licht kommt durch neue Fenster an der Steverseite in den Lesesaal. Dazu wird ein zweigeschossiger Anbau im hinteren Bereich des Gebäudes an der Steverstraße entstehen. Das erklärte Dr. Bernadette Hartmann, die Sprecherin des Büchereirates der Kirchengemeinde St. Felizitas. 385000 Euro werden Stadt und Kirchengemeinde als Träger der Bücherei allein in die Ausstattung investieren. 204000 Euro werden vom Land übernommen, sagt Hartmann. Alle Pläne für die neue Bücherei am alten Standort seien inzwischen von der Stadt, aber auch der Kirchengemeinde abgesegnet. „Das wird ein Flaggschiff im ländlichen Raum“, sagt Hartmann.

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    Das Untergeschoss der Bücherei

    Zweistöckiger Anbau mit Aufzug

    Die mit der Vergrößerung einhergehende Modernisierung werde die Einrichtung zu einer Vorzeige-Bi­bliothek machen, ist Hartmann überzeugt. Bei der Neukonzeption wird die Kirchengemeinde vom Nordkirchener Architekturbüro „Leistungsphase“ unterstützt. „Wir selbst haben ja keine Erfahrung darin“, sagt Hartmann. So soll im vorderen Bereich der Bücherei auch Platz für ein kleines Café sowie gemütliche Leseinseln und PC-Plätze sein, bei Bedarf können in diesem Teil auch Veranstaltungen stattfinden. Im hinteren Abschnitt des Gebäudes soll ein kleiner Lesegarten angesiedelt werden. Und: Ein zweistöckiger Anbau wird zusätzlichen Platz schaffen. Das Obergeschoss wird dann auch über einen Aufzug erreicht. Dort soll ein zusätzlicher Raum für kleine Gruppen eingerichtet werden.

    „Die Besucher sollen sich hier wohlfühlen. Mit neuen Angeboten soll die Aufenthaltsdauer in der Bibliothek deutlich verlängert werden. Wir sind ja kein Büchersupermarkt – ausleihen und wieder weg“, sagt Hartmann schmunzelnd. So könnten Schüler in einer Freistunde hier in Ruhe stöbern oder für Referate Informationen einholen. Willkommen seien natürlich wie bisher ganze Schulklassen.

    Aktion „Leihen Sie uns leer“

    Für die Bauarbeiten muss die Stadtbücherei allerdings monatelang geschlossen werden. Das wird wohl Ende August geschehen. Aus diesem Anlass planen die Verantwortlichen eine besondere Aktion. Unter dem Motto „Leihen Sie uns leer“ können die Nutzer bis zu 40 verschiedene Medien – Bücher, (Computer-)Spiele, DVD aus dem Bestand – für einige Monate mit nach Hause nehmen. Der Grund: „Wir werden Probleme bekommen, wenn wir unsere insgesamt über 36000 Medien irgendwo einlagern müssen, erklärt Hartmann. Darüber hinaus suche die Bücherei noch nach einer räumlichen Zwischenlösung in der Innenstadt, in der der Büchereibetrieb provisorisch und auf Sparflamme weiterlaufen könne.

    Besonders dankbar seien die Verantwortlichen in der Kirchengemeinde schon jetzt den Mitarbeitern – haupt- wie ehrenamtlichen – der Bücherei. „Ohne ihr Engagement wäre all dies so nicht leistbar“, betont Hartmann. Man wisse, dass das Ganze „personell sehr eng gestrickt“ sei. Mit der Wiedereröffnung der Stadtbücherei rechnet sie für Ostern 2018 – „wenn denn jetzt endlich der Bauantrag gestellt wird“.


  • Spaß nicht nur für die Kleinen

    Lüdinghausen - 

    Große und kleine Spielefreunde trafen sich am schulfreien Montag in der Stadtbücherei St. Felizitas. Zum Spieletag hatte Uli Rietmann eingeladen.

    Von Alexander Stahl

    Einen Spieletag für alle Generationen veranstaltete am Montag die Stadtbücherei St. Felizitas in Lüdinghausen . Die Kinder konnten dank eines schulfreien Tages nicht nur Nachmittags ein paar Stunden, sondern auch am Vormittag genug Zeit zum Spielen finden. Mit insgesamt 75 Teilnehmern und 17 Spieleerklärern war der Spieletag, der zum dritten Mal in Lüdinghausen stattfand, gut besucht. Die Spiele wurden aber nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von Kindern erklärt. Zudem stellte das Bücherei-Team den Kindern neue Spiele vor, wie zum Beispiel Träxx, bei dem man etwas zeichnen muss, oder Groovy Pips, das man sowohl mit zwei als auch mit sechs Spielern spielen kann.

    Spieletag für alle Generationen

    „Die Spiele sind nicht nur eine gute Möglichkeit, sich kennenzulernen, sondern auch, um Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren“, erklärte Uli Rietmann , die den Spieletag als „Spiele-Uli“ auch in Seppenrade in der katholischen öffentlichen Bücherei leitet. Sie kam auf die Idee, diesen Tag zu veranstalten, da sie selber gerne spielt und oft für die Stadtbücherei Spielemessen besucht, zum Beispiel die in Essen, die alljährlich im Oktober stattfindet.

    Demnächst ein Zockerabend

    „Viele Eltern haben nicht die Zeit, um sich komplizierte Spieleanleitungen durchzulesen. Diesen Tag veranstalte ich, damit ich mit meinen Spielefreunden den Kindern und anderen Erwachsenen, die genau so viel Spaß am Spielen haben, die Spiele näherbringen kann.“ Außerdem kamen fünf Lehrer des Gymnasiums Canisianum in die Stadtbücherei, um sich unter anderem einfache Spiele zur Integration von Flüchtlingskindern zeigen zu lassen.

    „An diesem einen Tag ist aber leider nicht genug Zeit, um die aufwendigen Spiele zu erklären, das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen“, sagte „Spiele Uli“. Deshalb wird noch ein Zockerabend stattfinden.


  • Jojo Moyes liegt ganz vorne

    Lüdinghausen - 

    Die britische Autorin Jojo Moyes hat das Rennen gemacht. Das ist eines der Ergebnisse der Top-Ausleihen in der Stadtbücherei St. Felizitas im Jahr 2016, nachdem Büchereileiter Peter Mählmann die Statistik ausgewertet hat. Bei den Kindern und Jugendlichen liegt Gregs Tagebuch vorn.

    Von Peter Werth

    „Ein ganz neues Leben“ – der Bestseller der britischen Autorin Jojo Moyes – führt die Hit-Liste der Ausleihen in der Stadtbücherei St. Felizitas im Jahr 2016 an. Das sagt die Statistik, die Peter Mählmann ausgewertet hat. 59-mal ging das Buch über den Tresen. „Aber wir haben auch mehrere Exemplare davon“, so der Büchereileiter. Auch andere Titel der Schriftstellerin aus London finden sich unter den Top Ten. Weit vorne auf der Ausleih-Liste stehen nach wie vor Kriminalromane. Neben Nele Neuhaus – „Die Lebenden und die Toten“ – sei auch eine Klassiker-Autorin wie Elizabeth George nach wie vor gefragt. Der Thriller „Bedenke, was Du tust“ habe ganze 40-mal für abendliches Schaudern gesorgt.

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    Überall, wo ,Star Wars‘ drauf steht, schnellen die Ausleihzahlen nach oben.

    Peter Mählmann

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    Bei den Kindern führt an der Hitchcock-Reihe „Die drei ???“ kaum ein Weg vorbei. An der Spitze steht allerdings eine andere Serie. „Das magische Baumhaus“ – eine Serie, fast unendlich lang. 24-mal wurde im vergangenen Jahr das Buch „Tal der Dinosaurier“ von den Leseratten verschlungen. Immer beliebter werden laut Mählmann sogenannte Comic-Romane. Vorreiter sei da die Serie „Gregs Tagebuch“. Band 7 wurde allein 34-mal ausgeliehen. „Davon haben wir aber auch vier Exemplare im Bestand“, sagt der Büchereichef. Vor allem bei weiblichen Jugendlichen steht die „Silber“-Reihe von Kerstin Gier hoch im Kurs. Das „Buch der Träume“ wurde gleich 32-mal gelesen. Und: „Überall, wo , Star Wars ‘ drauf steht, schnellen die Ausleihzahlen nach oben“, beschreibt er die Erfahrungen des Ausleih-Teams.

    Bei den kleinsten Kunden der Stadtbücherei ist ebenfalls ein Bilderbuch ganz vorne, das schon viele Generationen von Knirpsen unterhalten hat: der „Regenbogenfisch“. Das, so Mählmann, liege dann wohl daran, dass Eltern gerne auf Bewährtes zurückgreifen. Beliebt sind aber auch die interaktiven Tiptoi-Bücher. Da war das Wimmelbuch 30-mal in Lüdinghauser Kinderzimmern zu Gast.

    Bei den Sachbüchern dominieren Reiseführer. „Die werden sogar mit in den Urlaub genommen“, berichtet der Büchereileiter. Die Türkei habe sich da aber zum Ladenhüter entwickelt. Gefragt seien Städteführer für Hamburg oder Barcelona, aber auch Ziele wie der Gardasee. Wieder verstärkt werden Ratgeber für Handarbeiten – Nähen und Stricken – ausgeliehen.

    Hoch im Kurs stehen Titel der Vegan-Schiene. Da hat die Stadtbücherei gleich 83 verschiedene Titel im Sortiment. Einer, sagt Mählmann mit einem Schmunzeln, sei besonders schräg: „Nähen mit Vegatex – Ideen für Nähen ohne Tier“.

  • Bücherei wird am alten Standort erweitert

    Lüdinghausen - 

    Die Diskussion um die Zukunft der Stadtbücherei St. Felizitas hat für die nächsten 15 Jahre ein Ende. Um den Zeitraum nämlich verlängerten die Kommune und die Pfarrgemeinde St. Felizitas ihren Vertrag. Die Bibliothek wird nun renoviert und erweitert.

    Von Anne Eckrodt

    Die Vertragsverhandlungen führten sie hinter verschlossenen Türen. Das Ergebnis, die Erweiterung der Stadtbücherei St. Felizitas am bisherigen Standort im Haus Rüschkamp an der Steverstraße, stellten Vertreter der Kommune und der Pfarrgemeinde am Montag öffentlich vor. „Sowohl der Kirchenvorstand als auch der Rat haben sich dafür ausgesprochen, die Kooperation fortzusetzen“, so Bürgermeister Richard Borgmann. Dabei verhehlte er nicht, dass der Schritt „kein einfacher war“.

    "Nun engagieren wir uns für die Erweiterung am bisherigen Standort.

    Pfarrer Benedikt Elshoff

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    Auch in den kirchlichen Gremien sei sehr engagiert diskutiert worden, machte Pfarrer Benedikt Elshoff deutlich. „Dabei haben wir seinerzeit auch den anderen Standort im Gebäude des Steverbett-Hotels ins Spiel gebracht“, warf Elshoff einen Blick zurück. Für diese Möglichkeit habe die Kirche so lange gekämpft, bis die Entscheidung im Stadtrat gefallen sei – gegen den Umzug der Bücherei. „Nun engagieren wir uns für die Erweiterung am bisherigen Standort, denn wir sehen die Bücherei als Bildungseinrichtung. Und der messen wir einen großen Stellenwert bei“, richtete Elshoff den Blick nach vorn.

    <img id="" src="http://static.wn.de/var/storage/images/wn/startseite/muensterland/kreis-coesfeld/luedinghausen/2601293-stadt-und-kirche-verlaengern-vertrag-buecherei-wird-am-alten-standort-erweitert/die-aufenthaltsqualitaet-soll-durch-die-renovierung-und-die-erweiterung-deutlich-steigen/74726323-2-ger-DE/Die-Aufenthaltsqualitaet-soll-durch-die-Renovierung-und-die-Erweiterung-deutlich-steigen_image_630_420f_wn.jpg" width="630" height="420" style="border: 0px ;" alt="Die Aufenthaltsqualität soll durch die Renovierung und die Erweiterung deutlich steigen." title="Die Aufenthaltsqualität soll durch die Renovierung und die Erweiterung deutlich steigen." />

    Die Aufenthaltsqualität soll durch die Renovierung und die Erweiterung deutlich steigen. Foto: Anne Eckrodt

    Den Ball nahm der Beigeordnete Matthias Kortendieck auf. Er erläuterte, was im Zuge der Vertragsverlängerung um weitere 15 Jahre geplant ist. „Wir wollen die Bücherei nicht nur etwas aufhübschen, sondern zukunftsfähig machen“, betonte er. Dazu gehören ein elektronisches Verbuchungssystem, neue Aufenthaltsbereiche und Möbel. Den Platz dafür schafft ein Anbau. Kortendieck: „Der Eigentümer plant eine Erweiterung der Nutzungsfläche.“ Zurzeit stehen der Bibliothek 387 Quadratmeter zur Verfügung, künftig werden es 567 Quadratmeter sein.

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    Im Frühjahr 2018 könnte die Eröffnung sein.

    Hubert Kleuter (Kirchenvorstand und Büchereiausschuss)

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    Hubert Kleuter, Mitglied des Kirchenvorstandes und des Büchereiausschusses, steckte am Montag den Zeitrahmen ab: „Herr Rüschkamp muss sich zunächst um die Baugenehmigung kümmern. Wenn die vorliegt, könnte in der zweiten Jahreshälfte 2017 der Anbau im hinteren Gebäudebereich errichtet werden. Ende des Jahres würde dann die Renovierung des Altbaus beginnen. Und im Frühjahr 2018 könnte die Eröffnung sein.“ Kleuter schloss nicht aus, dass die Einrichtung während der Altbaurenovierung für zwei bis drei Monate schließen muss. „Vielleicht gibt es ja irgendwo die Möglichkeit, übergangsweise zumindest einen Teil der Bücher zur Ausleihe anzubieten“, so der Vertreter des Kirchenvorstandes.

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    Die Landesförderung für solche Vorhaben beträgt maximal 200000 Euro.

    Matthias Kortendieck (Beigeordneter)

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    Für die Erweiterung kalkulieren Stadt und Pfarrgemeinde mit Kosten von 400000 Euro. Die Landesförderung für solche Vorhaben beträgt maximal 200000 Euro, teilte der Beigeordnete mit. Die verbleibende Summe trägt zu zwei Dritteln die Kommune und zu einem Drittel die Kirche. „Eine Aufteilung, die wir auch in der Vergangenheit stets so getroffen haben“, sagte Kortendieck. Losgelöst von der Erweiterung stellt die Stadt jährlich rund 170000 Euro für die Bücherei zur Verfügung, bei der Pfarrgemeinde sind es rund 90000 Euro. Kleuter: Davon gehen Einnahmen durch Ausleihgebühren und Mitgliedsbeiträge von rund 45000 Euro ab.

    Vor dem Hintergrund knapper Kassen wiesen sowohl Elshoff als auch Borgmann darauf hin, dass der Betrieb einer Bibliothek heutzutage keine Selbstverständlichkeit sei. „Dass wir diesen Schritt der Vertragsverlängerung nun gemeinsam gehen, ist ein klares Signal an die Bevölkerung, dass die Bücherei für uns dazugehört“, betonte der Verwaltungschef. Und Elshoff fügte hinzu: „Der Büchereistandort in Seppenrade wird durch die Erweiterung hier an der Steverstraße nicht in Frage gestellt. Im Gegenteil, uns ist sehr an einer Kooperation gelegen.“


  • Kinder geben Buchtipps für Kinder

    Lüdinghausen - Warum nicht Bücher für Kinder auch von eben jenen Kindern bewerten lassen? Das fragte sich auch Uta Boettcher, Lehrerin an der Ostwallschule, und organisierte zusammen mit der Stadtbücherei eine ungewöhnliche Aktion.

    Von Beate Nießen

    Die einfachsten Ideen sind nicht selten die besten. So wie in diesem Fall: Warum nicht Bücher für Kinder auch von eben jenen Kindern bewerten lassen? Buchtipps aus der Zielgruppe selbst kommen wahrscheinlich besser an als alle gut gemeinten Ratschläge von Eltern oder Lehrern.

    Frei nach diesem Prinzip konnten sich die Jungen und Mädchen der Klasse 2b der Ostwallschule vor einigen Wochen jeweils ein Buch in der Stadtbibliothek aussuchen – ganz gleich, ob ein lustiges Bilderbuch, ein Sachbuch über die Tierwelt oder eine spannende Abenteuergeschichte. Im Deutschunterricht beschäftigten sich die Kinder dann unter Anleitung von Lehrerin Uta Boettcher mit den Büchern, lasen sie nicht nur, sondern schrieben auch auf, ob und was ihnen daran besonders gefällt – oder eben auch nicht.

    Die Ergebnisse wurden anschließend auf eigens dafür entworfenen, und mit dem Referendar Jan Simon Saamen gebastelten, Papieraufstellern festgehalten – zusammen mit ein paar persönlichen Anmerkungen und Angaben der Kinder selbst.

    Am Mittwochvormittag ging es dann wieder in die Bibliothek, wo die Zweitklässler dem Büchereileiter Peter Mählmann ihre Buchkritiken mit einem Lied überreichten.

    „Die Bewertungen und die dazugehörigen Bücher werden wir jetzt für einige Wochen auf einem speziellen Tisch in der Bücherei präsentieren“, erzählt dieser und bedankte sich anschließend bei den eifrigen Schülern für ihre tolle Arbeit.

    Wie viel Spaß den Kindern die Aktion gemacht hat, wurde am Mittwoch auch schnell deutlich. „Dürfen wir heute wieder Bücher ausleihen?“, lautete prompt die Frage an Klassenlehrerin Boettcher.


  • Ohne die Sprache geht es nicht

    Lüdinghausen - 

    Ohne deutsche Sprache keine Integration – so einfach ist das. Um so wichtiger, dass gerade Flüchtlingsfamilien möglichst schnell an das Thema herangeführt werden. Dabei wollen jetzt auch die beiden öffentlichen Büchereien in Lüdinghausen und Seppenrade helfen.

    Von Beate Niessen

    „Wir haben für die Anschaffung entsprechender Medien einen Zuschuss vom Caritasverband des Bistums Münster erhalten“, informierten am Mittwoch Büchereileiter Peter Mählmann und seine Seppenrader Kollegin Uli Rietmann. In einem ersten „Schwung“ wurden von dem Geld vor allem Bild-Wörterbücher gekauft, die einen möglichst niedrigschwelligen Einstieg in die deutsche Sprache erlauben. Dort sind zum Beispiel Alltagsgegenstände zu sehen, wie Löffel, Gabel oder Becher. Darunter findet sich jeweils die deutsche sowie die arabische Bezeichnung. „Darüber hinaus haben wir aber auch Material in Farsi oder Paschtu, Sprachen die vor allem in Afghanistan oder dem Iran gesprochen werden“, so Uli Rietmann, die sich selbst in der Flüchtlingsbetreuung engagiert. Das sei sehr wichtig, damit wirklich möglichst viele Flüchtlinge das Angebot nutzen könnten.

    Neben den Bildwörterbüchern gibt es aber auch anspruchsvollere Literatur und Arbeitshefte für den fortgeschrittenen Deutschunterricht als Fremdsprache sowie Fachliteratur und Ratgeber für Menschen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, zum Beispiel zum Asylrecht.

    Ein Teil des Materials liegt in Lüdinghausen aus, der andere in Seppenrade. „Wir bleiben aber im ständigen Austausch und werden jetzt erst einmal abwarten, wie die Bücher, Hefte und CD‘s angenommen werden. Bei Bedarf können wir dann nachbe­stellen“, so Mählmann.

  • Stadtbücherei bleibt im Haus Rüschkamp

    Lüdinghausen - 

    Die Stadtbücherei St. Felizitas wird nicht in den Komplex des Hotels in der Borg umziehen. Diesen einstimmigen Beschluss fasste am Dienstagabend der Haupt- und Finanzausschuss.

    Von Peter Werth

    Bis zur letzten Minute hatte Pfarrer Benedikt Elshoff in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend für den Umzug der Stadtbücherei St. Felizitas in den Komplex des Hotels in der Borg geworben. Doch all seine Überzeugungsarbeit zeigte bei den Kommunalpolitikern keine Wirkung. Und so hätte das Abstimmungsergebnis deutlicher nicht sein können. Einstimmig votierten die Kommunalpolitiker für den Verbleib der Bücherei in den bestehenden Räumen des Hauses Rüschkamp.

    „Wir haben uns die Entscheidung sehr, sehr schwer gemacht“, erklärte Bernhard Möllmann für die CDU die Entscheidung. Man habe sich dann jedoch für die Variante Haus Rüschkamp entschieden. Markus Kehl (UWG) schloss sich diesem Votum an. Obwohl, wie er erklärte, seine Partei sich noch im Büchereirat für einen Umzug ausgesprochen hatte.

    „Der jetzige Standort ist ideal“, bekräftigte Eckart Grundmann für die Grünen. Zumal der Vermieter ja angekündigt habe, den Standort optimieren zu wollen. Die Grünen setzten daher auf die „bewährte Zusammenarbeit mit dem Vermieter Rüschkamp“. Auch Gregor Schäfer (FDP) verwies auf eine „wochenlange Diskussion“ in seiner Fraktion zu dem Umzugs-Thema und der letztendlichen Entscheidung für den Verbleib der Bücherei an der Steverstraße.

    Genau diesen sich so lange hinziehenden Prozess der Entscheidungsfindung bemängelte Benedikt Elshoff. „Er war belastend für die Mitarbeiter der Bücherei“, stellte er fest. Die Entscheidung der Politik habe ihn enttäuscht: „Es hat am politischen Willen gefehlt.“ Elshoff verwies noch einmal darauf, dass sich der Kirchenvorstand von St. Felizitas einstimmig und der Büchereibeirat mit deutlicher Mehrheit für einen Umzug in den Hotel-Komplex ausgesprochen hätten.

    „Ich bleibe aber nicht dabei stehen. Wir werden jetzt alles tun, um für die nächsten Jahre eine gute Bücherei zu gestalten.“ Alle Beteiligten müssten jetzt nach vorne schauen. Für ihn stehe eine weitere Zusammenarbeit mit der Stadt nicht in Zweifel: „Die katholische öffentliche Bücherei hat eine lange Tradition in der Stadt.“ Daran solle sich auch künftig nichts ändern. In der nächsten Woche werde man sich mit der Stadt zusammensetzen.

    Kein Hehl aus seiner Enttäuschung machte auch Büchereileiter Peter Mählmann. „Wir hätten uns etwas anderes für die Lüdinghauser erhofft. Aus unserer Sicht ist das eine vertane Chance“, kommentierte er den Beschluss des Ausschusses, der in der nächsten Woche noch im Rat bestätigt werden muss. Bedauerlich sei auch, dass es am alten Standort keinen Platz für ein Literaturcafé gebe. Für die Phase des Umbaus rechnet Peter Mählmann auch damit, dass die Bücherei „für einige Zeit geschlossen sein wird“.


  • Teufelsgaukler wollen spielen

    Lüdinghausen - 

    Zu einem ungewöhnlichen Bücherei-Wettkampf lädt die Stadtbücherei St. Felizitas alle Spieler und Gamer und solche, die es noch werden wollen, ein. Seit einem halben Jahr beschäftigen sich die Büchereien aus Borken, Geldern, Lüdinghausen, Ochtrup und Raesfeld in einem gemeinsamen Projekt, das vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW gefördert wird, mit dem Spielangebot und der Einführung von spielerischen Elementen in die Büchereiarbeit.

    Vom Anfänger bis zum Spieleprofi kann jeder mitmachen und das Team der „Lüdinghauser Teufelsgaukler“ verstärken, erklärt Büchereileiter Peter Mählmann, selbst begeisterter Spieler. Neben Teamgeist sei natürlich auch Kreativität und Ehrgeiz gefragt, wenn es darum geht, die beste Spielstrategie zu entwickeln: Zum Einsatz kommen analoge Brett- und Kartenspiele ebenso wie Konsolenspiele an der Playstation 4 und Xbox One.

    Die Stadtbücherei St. Felizitas sucht sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene und Senioren, denn die Altersspanne zwischen dem jüngsten und dem ältesten Teammitglied bildet beim Finale des Bücherei-Battle das Punkte-Startkapital. Das Lüdinghauser Team trainiert zu vereinbarten Terminen gemeinsam, und zwischendurch ist zu den Öffnungszeiten natürlich freies Training möglich. Das erste Training findet am kommenden Samstag (13. Februar) von 14 bis 16 Uhr in der Stadtbücherei St. Felizitas statt. Dazu sind alle Interessierten willkommen.

    Das Finale des Bücherei-Battle findet am 25. September (Sonntag) in der Remigius Bücherei Borken statt: Dann kämpfen die Borkener Turmhelden, das Drachenteam Geldern, die Lüdinghauser Teufelsgaukler, die Raesfelder Recken und Friendly Domination Ochtrup um „Ruhm und Ehre“ und den Titel „Gaming-Bibliothek des Bistums Münster“.

    ► Anmeldungen sind jederzeit in der Bücherei möglich oder per E-Mail an teufelsgaukler@gmail.com. Alle Regeln und Informationen gibt es auf der Homepage: https://gamingbibliothek.wordpress.com.


  • Von der Bücherei bis zum Gericht

    lüdinghausen - 

    Der Scheinwerfer ist den ganzen Tag auf die Schüler gerichtet“, so beschreibt Christian Weyers, Lehrer am Anton, die Herausforderung des 14 tägigen Betriebspraktikums der Schüler der Einführungsphase (EF). Zusammen mit Anne Daheim ist er seit sechs Jahren zuständig für die Berufsorientierung am Anton.

    Von Julia Hecker

    Zur Vorbereitung legten die Schüler verschiedene Berufsportfolios im vergangenen Schuljahr an, so konnten sie sich schon einmal über einige Berufe informieren. Es sei aber auch wichtig, dass die Schüler in die Arbeitswelt schnuppern; auch um herauszufinden, was sie nicht wollen. Als weiteren Vorteil neben vielen „Momenterfahrungen“ sieht er, dass die Schüler sich ohne ihr „soziales Netz“ zurechtfinden müssen und viele Schüler sich dadurch besser kennenlernen. Weyers selbst hat gute Erfahrungen mit seinen Praktika gemacht. „So bin ich zum Beruf des Lehrers gekommen.“

    Für Jule Budde ist das Praktikum eine „Chance, berufliche Richtungen kennenzulernen oder eine Richtung zu bestätigen.“ Sie verbringt die zwei Wochen ihres Praktikums im Rathaus in Lüdinghausen. Dort erhält sie interessante Einblicke in den Fachbereichen Kultur und zentrale Dienste. Die Richtung hat Jule schon länger interessiert und nach dem Praktikum ist sie sich sicherer, dass sie später einmal im Büro arbeiten will. „Besonders die kreativen Aufgaben, wie zum Beispiel das Erstellen von Plakaten, machen mir viel Spaß.“

    Zur gleichen Zeit sortiert Luka Schneider in der Bücherei Bücher ein. Sie schnuppert in den Beruf der Bibliothekarin rein, „weil ich Bücher liebe“, erklärt sie. Eine Bücherei sei eine gute Idee, da nicht alle Bücher, die man lesen möchte, neu gekauft werden müssten, sondern einfach ausgeliehen werden können. Deshalb macht es ihr besonders Spaß, die Bücher, Spiele und Filme an der Theke zu verleihen. „Außerdem komme ich immer mit den Leuten in Kontakt, das ist toll.“

    Auch Merle Teuber kommt als Fotografin mit Leuten in Kontakt. Ihr gefällt der Beruf sehr gut, da er vielfältig sei. „Ich mache nicht immer das gleiche.“ Besonders gerne mache sie Fotos und bearbeitet sie anschließend. „Das mit der Beleuchtung ist aber ungewohnt und noch etwas schwierig.“ Denn anders als in der Freizeit, darf sie Fotoshootings in einem richtigen Studio durchführen. Von ihrem Einblick in die Arbeitswelt erhofft Merle sich, zu gucken, „ob der Job was für mich ist und wie es überhaupt ist, zu arbeiten“. Obwohl sie gemerkt hat, dass sie Spaß daran hat mit Fotos zu arbeiten und sich auch vorstellen kann, dies später beruflich zu machen, fehlt Merle der Austausch mit ihren Freunden in der Schule. Zudem findet Merle, dass auch die Arbeitszeiten ungewohnt lang seien.

    Juliane Heitmann hingegen freut sich, dass sie insgesamt weniger Stunden arbeitet, als sie normalerweise in der Schule sitzen müsste. In der Apotheke arbeitet sie vormittags und nachmittags. „Ich räume hier Medikamente ein oder kontrolliere auch mal die Verfallsdaten.“ Das Highlight jedoch war für Juliane, als sie bei der Herstellung einer Salbe nach Rezeptur zuschauen durfte. „Das war richtig interessant“, lautete Julianes Fazit. Sie hat sich vorher in ihrem Berufsportfolio schon mit diesem Berufsfeld beschäftigt. „Ich wollte mal mitbekommen, wie das alles so abläuft“, und das hat Juliane auch.

    Spannend sei auch das Praktikum im Amtsgericht finden Karolin Vogel, Lisa Edelbrock und Lotte Hülsmann. Sie dürfen in allen Bereichen schnuppern, zum Beispiel als Wachtmeister, Justizfachangestellte und Richter. „Es ist sehr interessant und ein besserer Einblick als nur bei einem Anwalt“, teilt Lisa mit. Allen drei gefallen die Gerichtsverhandlungen, in denen sie anwesend sein dürfen, am besten. Nur seien sie ein wenig traurig, dass das Praktikum schon morgen endet.

    Die Einblicke und Erfahrungen allerdings, möchte wohl keiner der Schüler missen.


  • Kirchenvorstand votiert für Bücherei-Umzug

    Lüdinghausen - 

    Der Kirchenvorstand von St. Felizitas hat sich für den Umzug der gemeinsam mit der Stadt betriebenen Bücherei ausgesprochen. Und zwar einstimmig. Die Bücherei soll im Steverbett-Hotel-Komplex eine neue Bleibe finden. Zu erwartende Mehrkosten will die Kirchengemeinde mittragen.

    Von Werner Storksberger

    Zumindest für die Kirchengemeinde St. Felizitas ist klar, wo sich der künftige Standort der gemeinsam mit der Stadt Lüdinghausen betriebenen Bücherei befinden soll: im Komplex des Steverbett-Hotels. Ein entsprechendes einstimmiges Votum habe der Kirchenvorstand getroffen. Das bestätigte Hugo Kleuter, Mitglied im Kirchenvorstand und im Bücherei-Ausschuss der Kirchengemeinde, auf Anfrage der WN. Der Kirchenvorstand habe sich einstimmig für den Umzug der Bücherei von der Steverstraße zur Borg 26/28 ausgesprochen.

    Dieses Votum bedeutet jedoch noch kein „Amen“. Es ist lediglich die Basis, auf der mit der Stadt Lüdinghausen verhandelt werden soll. Die Kommune hat für sich die Standortfrage noch nicht geklärt.

    Die neuen Möglichkeiten, die sich durch den Umzug ergeben, bilden für den Kirchenvorstand das Hauptargument für den Umzug: „Es besteht die Chance, die Bücherei mit einem Lesercafé zu kombinieren“, so Kleuter gegenüber den WN. Dieses Café werde allerdings nicht vom Bücherei-Team betrieben, sondern es unterstehe der Regie des Investors. In der Bücherei in Ochtrup, die bereits vor einem Jahr besichtigt worden war, sei ein ähnliches Café als besonderen Gewinn für die gesamte Bücherei bewertet worden.

    Die herausragende Lage spricht für den aktuellen Standort. „Der ist nicht zu toppen“, räumt Kleuter ein. Aber: Vor Ort bestehe erheblicher Sanierungsbedarf. Eine Bücherei in einem Neubau mache Vieles möglich, was im Altbau nicht zu realisieren sei. Und wie sehen die Kosten aus? „Billiger wird es nicht“, versicherte Kleuter. Der Kirchenvorstand habe sich auch mit der Kostenverteilung beschäftigt: Die Kirche wäre bereit, die Mehrkosten gemäß der vereinbarten Kostenverteilung (zwei Drittel zahlt die Stadt, ein Drittel die Kirche) zu übernehmen. „Wir wollen die bestmögliche Bücherei für Lüdinghausen“, brachte Kleuter die Zielsetzung auf den Punkt.

    Das ist sicherlich auch das Anliegen der Stadt. Aber ein konkretes Standort-Votum liegt noch nicht vor. Der Büchereibeirat, dem Fachleute der Stadt, der Kirche, der kirchlichen Gremien und der Politik angehören, hat am Mittwoch getagt und ein „Anforderungsprofil“ entwickelt, bestätigte Beigeordneter Matthias Kortendieck gegenüber den WN. Diese „visionäre Bücherei“ wäre nach jetzigen Erkenntnissen in beiden Lokalitäten umzusetzen. Die Verwaltung will Zahlen, Daten, Kosten und Faken zur Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport zusammenfassen. Die Politik solle am 18. Februar entscheiden.

  • Bücherei: Liste der Wünsche ist lang

    Lüdinghausen - 

    Der Bücherei-Beirat wird sich in den kommenden Wochen intensiv mit der Frage beschäftigen, wie die Bücherei der Zukunft für Lüdinghausen aussieht. Jetzt wurde erst ein Wunschkatalog angelegt, von dem sicherlich noch Abstriche bei der Realisierung gemacht werden müssen.

    Von Werner Storksberger

    Der Countdown läuft: Zum 31. März des kommenden Jahres – also in knapp vier Monaten – wird feststehen, wie Lüdinghausens „Bücherei der Zukunft“ aussehen soll. Geklärt ist dann insbesondere auch die Standortfrage. Das bestätigte Matthias Kortendieck, Beigeordneter und Vorsitzender des Bücherei-Beirats, gestern auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. Der Beirat, dem neben Vertretern aller vier Lüdinghauser (kirchlichen) Büchereien auch Vertreter der Ratsfraktionen angehören, hatte sich am Mittwochabend mit der Zukunft der Bücherei befasst.

    Zum Ende des nächsten Jahres läuft der Mietvertrag zwischen Kirche und Vermieter am jetzigen Standort aus. Falls die Bücherei eine andere Immobilie sucht, muss die Kündigung zum 31. März erfolgen. Ein Angebot liegt der Kirche schon vor: Wie die WN berichteten, hat Hotel-Investor Matthias Kühlkamp Flächen im gewerblichen Bereich des Hotel-Komplexes offeriert.

    „Wie soll unsere Bücherei der Zukunft aussehen? Welches Anforderungsprofil besteht?“ Diese Fragen stand bei der Sitzung am Mittwochabend im Mittelpunkt. Es sei in sehr sachlicher Atmosphäre diskutiert worden, erläuterte Kortendieck den Gedankenaustausch, der zuvor am 10. November in der Sitzung des Fachausschusses begonnen worden war. Technik, Flächen, Ausstattung, Behindertenfreundlichkeit, Begegnungsmöglichkeiten, Finanzen, Mitarbeiter... Die Liste der angesprochenen Themen bei diesem Brainstormingüber die Wunsch-Bücherei sei lang, bestätigte Kortendieck. Dass man Abstriche machen müsse, sei jedem Beiratsmitglied klar.

    Um den jetzigen Standort mit der angebotenen Immobilie zu vergleichen, sollen demnächst Ortsbesichtigungen stattfinden. Am vorhandenen Standort sollen dann auch die angekündigten Erweiterungsmöglichkeiten angesprochen werden. Zur Erinnerung: Aktuell stehen der Bücherei 387 Quadratmeter zur Verfügung. Eine mögliche Erweiterungsfläche beläuft sich auf 80 Quadratmeter. Das Angebot des alternativen Standorts beinhaltet Flächen zwischen 400 und 600 Quadratmeter. „Es wurde völlig ergebnisoffen diskutiert. Eine Tendenz ist nicht erkennbar“, charakterisierte Matthias Kortendieck die Entwicklung.

    Nicht diskutiert wurde über die Finanzen, die bei der Entscheidung sicherlich eine große Rolle spielen werden. Die Stadt Lüdinghausen unterstützt die Kirchengemeinde St. Felizitas, die Trägerin der Bücherei ist, jährlich mit einem Zuschuss in Höhe von 150000 Euro.


  • Langjährige Büchereileiterin Elisabeth Merkens verstorben - Die Bücherei geprägt

    Lüdinghausen - 

    Im Alter von 86 Jahren verstarb in der vergangenen Woche Elisabeth Merkens, die das Büchereiwesen in Lüdinghausen geprägt hatte. Ab 1946 war sie in der kirchlichen Bücherei ehrenamtlich und später hauptberuflich aktiv. Bis zu ihrem Tod stand sie der Literatur nahe.

    Von Werner Storksberger

    Elisabeth Merkens hat Wort gehalten. „Mehr lesen, natürlich“, antwortete sie 1991 auf die Frage, was sie im Ruhestand machen wolle, als sie als Leiterin der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Felizitas aus dem offiziellen Berufsleben ausschied.

    Tatsächlich kümmerte sie sich im „Unruhestand“ weiter um Literatur – vielleicht sogar mehr denn je. Jetzt trauern alle, die sich um das Büchereiwesen und die Literatur in Lüdinghausen gekümmert haben, um die langjährige Büchereileiterin: Elisabeth Merkens starb am 25. November in Münster und wurde am vergangenen Dienstag zu Grabe getragen. Sie wurde 86 Jahre alt.

    Im Jahre 1952 beginnt die offizielle Laufbahn Elisabeth Merkens in der kirchlichen Bücherei der Pfarrgemeinde St. Felizitas. Aber bereits seit 1946 war sie in der Einrichtung tätig. Über 2430 Bände verfügte die Einrichtung nach dem Ende des Krieges. Von anderen Medien war noch gar keine Rede. Die Bücher waren nach dem Krieg zum Großteil in der Bevölkerung gesammelt worden. Zum Vergleich: Heute verfügt die Stadtbücherei St. Felizitas über 37000 Medien, darunter 25000 Bücher.

    1957 wurde Elisabeth Merkens offiziell zur Büchereileiterin ernannt. „Sie ist in das Büchereiwesen reingewachsen und hat jedes Buch gehütet wie einen Schatz“, erinnert sich Neffe Martin Merkens an seine Tante. Unterstützt und ermöglicht wurde ihre berufliche Entwicklung durch Fortbildungen über den Borromäus-Verein.

    Bücher und Literatur waren ihr Lebensinhalt, wissen alle, die mit ihr gearbeitet haben, sie als Leser der Bücherei oder als Besucher zahlreiche Veranstaltungen erlebt haben. Selbst in den Feierabend hinein kümmerte sie sich zu Hause um die Bücher – entweder wurde gelesen oder schadhafte Bücher noch repariert. Dabei war sie offen für alle Literaturbereiche. Ihre Vorliebe galt allerdings den Märchen. Kein Wunder, dass sie zu den Mitinitiatorinnen der Lüdinghauser Märchenwoche gehörte, die über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgte.

    Vor 24 Jahren endete ihre berufliche Karriere. Mal abgesehen davon, dass sie während einer „führungslosen“ Periode noch einmal in der Stadtbücherei St. Felizitas einsprang. Dem Buch – und der Bücherei – blieb sie ihr Leben lang treu. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben engagierte sich Elisabeth Merkens ehrenamtlich: Sie arbeitete bis ins hohe Alter in der Bücherei weiter mit. Mehr noch. Sie kümmerte sich auch um die Bücherei im St.-Marien-Hospital und in den Altenheimen. Kein Wunder, dass ihr Name bei Generationen von Bücherei-Nutzern einen guten Klang hat. Sie hat das Büchereiwesen geprägt und beeinflusst.


  • Die Schule vergessen, zuhören und genießen

    Lüdinghausen - 

    Die Schule vergessen, sich hinsetzen oder auch -legen und einfach genießen: Schüler der Ostwallschule (Foto) taten genau das am Freitagmorgen in der Bücherei an der Steverstraße. Anlässlich des bundesweit stattfindenden Vorlesetages lasen dort Gerburgis Sterz und Anja Wansing, Mitarbeiterinnen in der Bücherei, den Kinder vor. Ihre Kolleginnen Alexia Wersebeckmann und Susanne Grote waren derweil in der Burg Vischering im Einsatz. Dort hörten ihnen Schüler der Astrid-Lindgren-Schule zu.

    Von Bettina Laerbusch

    Gegen 10 Uhr wechselten die Schüler dann ihren jeweiligen Ort.„Das regelmäßige Vorlesen hat einen positiven Einfluss auf die schulische und die soziale Entwicklung von Kindern – und das unabhängig vom Bildungsniveau der Eltern“, heißt in einer Studie der „Stiftung Lesen“. Am 20. November findet bundesweit der „Vorlesetag“ statt, den diese Stiftung zusammen mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutschen Bahn Stiftung 2004 initiiert hat. „Vorlesen ist von Kindesbeinen an unheimlich wichtig, weil es die Kinder weiterbringt, es prägt sie. Auch das Zuhören ist ungeheuer wichtig“, sagte Peter Mählmann, Leiter der Stadtbücherei.


  • Bücherei-Standort wird diskutiert: Vom „Sahnestückchen“ ins Hotel?

    Lüdinghausen - 

    Auch wenn der aktuelle Standort der Stadtbücherei St. Felizitas „ein Sahnestückchen“ ist, wie Büchereileiter Peter Mählmann im Kulturausschuss berichtete. Es wird trotzdem über einen anderen Standort nachgedacht, weil die vorhandenen Flächen nicht mehr zeitgemäß sind.

    Von Werner Storksberger

    Zieht die Stadtbücherei demnächst ins Stever-Hotel? Diese Variante der „Konzeptentwicklung“ der Bücherei deutete sich am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport an, als über die Zukunft der Zusammenarbeit im Büchereiwesen zwischen Stadt und Kirche gesprochen wurde. Anlass für die Diskussion war die Tatsache, dass die Verträge zwischen Stadt, Vermieter Rüschkamp und der Pfarrgemeinde St. Felizitas Ende 2016 auslaufen. Jetzt müssen Entscheidungen für die „Bücherei der Zukunft“ getroffen werden.

    Büchereileiter Peter Mählmann hatte zu Beginn der Sitzung eine aktuelle Bilanz der Bücherei vorgelegt. Bei aller positiven Entwicklung, die die „Stadtbücherei St. Felizitas“, so der offizielle Name, in den vergangenen Jahren genommen hat: Es tun sich mittlerweile Defizite auf. Nötig sind eine grundlegende Renovierung, neue Möbel und Beleuchtung, eine Verbesserung der technischen Ausstattung (z.B. W-Lan), mehr Personal und mehr Platz. Für de „Bücherei der Zukunft“ kann sich Mählmann eine Verschmelzung mit den beiden kirchlichen Büchereien in Seppenrade vorstellen. Die zentrale Verwaltung der Schulbibliotheken wäre ein neues Betätigungsfeld. Was die Planung einer „Bücherei der Zukunft“ schwierig macht: Niemand will eine Prognose wagen, wie die verschiedenen Medien in sechs bis acht Jahren genutzt werden.

    Bereits vor einiger Zeit hatte sich der Bücherei-Beirat auf den Weg nach Ochtrup gemacht, wo eine top-moderne Bücherei eingerichtet wurde. In Lüdinghausen verfügt die Bücherei über gut 300 Quadratmeter – 1000 Quadratmeter stehen in Ochtrup zur Verfügung. „Wie sieht Ihr Wunsch aus?“, eröffnete Dr. Jerome Biehle (SPD) die Standort-Debatte.

    Ohne dass der Begriff „Stever-Hotel“ fiel, war allen Teilnehmern an der Sitzung deutlich, worum es bei einer Alternative zum aktuellen Standort gehen könnte. Zwar wollte Beigeordneter Matthias Kortendieck „nicht die Spatzen bestätigen, die es von den Dächern pfeifen“, aber er räumte ein, dass „es Visionen auch über den jetzigen Standort hinaus“ gebe. Auch Pfarrer Benedikt Elshoff wollte sich auf Anfrage der WN nicht zu einem neuen Standort äußern. Der Kirchenvorstand habe keinerlei Entscheidungen getroffen. Für die Kirchengemeinde stehe zunächst einmal ein Gespräch mit der Stadt an. Das sei noch nicht geführt worden. „Sicher ist: Die Bücherei kommt nicht in die Kirche St. Ludger“, unterstrich Elshoff, wissend, dass es zu Zeiten seiner Vorgänger auch schon mal eine entsprechende Überlegung gegeben hatte.

    Etwas konkreter wurde dagegen Matthias Kühlkamp, Geschäftsführer von LH-Immobilien, und Bauherr des Hotel-Komplexes: Er räumte ein, dass er der Kirche schon vor längerer Zeit ein Angebot gemacht habe. Im Gespräch sind gut 630 Quadratmeter. Angrenzend könnte ein Literaturcafé eingerichtet werden. „Ernsthafte Verhandlungen hat es aber bisher nicht gegeben“, unterstrich Kühlkamp. Er wolle jetzt der Stadt und den Mitgliedern des Bücherei-Beirates sein Angebot noch einmal darlegen.

    Die Tatsache, dass Peter Mählmann den aktuellen Standort der Bücherei als „Sahnestückchen“ bezeichnete, macht die Entscheidung um den aktuellen oder einen neuen Standort nicht einfacher. Joan Hendrik Rüschkamp, aktueller Vermieter der Räume, hat bereits Erweiterungspläne ausarbeiten lassen, wodurch die Bücherei-Fläche auf 450 Quadratmeter wachsen würde. Auch energetische Verbesserungen seien in Planung. Er sparte am Dienstagabend nicht mit Kritik an Stadt und Kirche. Mehrfach habe er Erweiterungsmöglichkeiten angeboten, die seien jedoch abgeschmettert worden. „Ich fühle mich verschaukelt“, so Originalton Rüschkamp.

    Nachdem seit dem Besuch in Ochtrup mittlerweile viel Zeit vergangen ist, wird es jetzt eng: Bereits am 2. Dezember soll der Büchereibeirat in Seppenrade tagen und ein Bücherei-Entwicklungskonzept erarbeiten. Jürgen Berau (UWG) schlug angesichts des Zeitdrucks vor, die Verträge zunächst um ein Jahr zu verlängern. Volker Höring (CDU) regte an, das Gremium aufzustocken, um einen breiteren Kreis von Fachleuten einzubeziehen. Jerome Biehle forderte für den Beirat Zahlen, Pläne und eine Stellungnahme der Kirche: „Wir müssen mehr wissen als heute.“


  • „Gaming ist mehr als nur Zocken“

    Lüdinghausen - 

    „Gaming ist mehr als nur Zocken“, sagte Peter Mählmann, Leiter der St. Felizitas-Bücherei. Es sei auch gut geeignet, um strategisches Denken und Teamgeist zu fördern.

    Von Niklas Tüns

    Längst sind Spiele – nicht nur Gesellschafts-, sondern auch Konsolenspiele – in den Büchereien angekommen. Die Stadtbücherei Lüdinghausen beteiligt sich jetzt an einem Gaming-Projekt. Dafür haben die Mitarbeiter zwei Konsolen angeschafft, an denen ab dieser Woche gespielt werden kann. Beim Gaming-Nachmittag am Samstag probierten Kinder wie auch Erwachsene schon einmal die Videospiele aus. Für die Auftaktveranstaltung hatte sich die Lüdinghauser Stadtbücherei zudem Konsolen weiterer an dem Projekt teilnehmenden Büchereien ausgeliehen.

    „Wir möchten das böse Image des Computerspiels aufbrechen“, erklärte Mählmann. So soll zum Beispiel das „Daddeln“ ausdrücklich in Gemeinschaft erfolgen. Spiele bis USK 16 hat die Bücherei im Angebot. Am Samstag hatten die Kinder aber auch ganz klassisch bei Gesellschaftsspielen ihren Spaß.


  • Manga-Workshop in der Stadtbücherei: Bitte rückwärts lesen

    Lüdinghausen - 

    Sie leben von ihren großen Augen und dem kindlichen Aussehen – Mangas nennen sich die gezeichnete Figuren der japanischen Comics, die längst auch in Deutschland eine Fangemeinde gefunden haben. So war auch der Manga-Workshop in der Stadtbücherei St. Felizitas am Samstagnachmittag gut besucht.

    Von Jule Zentek

    17 Mädchen nahmen an dem kostenlosen Kursus teil. Den hatte die Bücherei in Zusammenarbeit mit dem „NRW Kulturrucksack“ bereits schon einmal im vergangenen Jahr angeboten. Schon damals war der Workshop von den jungen Mangafans gut besucht worden, erinnerte sich Peter Mählmann. „Mangas sind heiß begehrt“, weiß der Leiter der Bücherei und berichtet, dass die japanische Zeichenkunst vor allem bei jungen Mädchen „total angesagt“ ist.

    In dem zweistündigen Workshop besprachen die Mädchen zunächst die grundsätzliche Theorie mit Kursleiterin Alexandra Völker. Sie ist eine erfolgreiche Comiczeichnerin und hat bereits sechs eigene Comicwerke veröffentlicht. An ihrer siebten Ausgabe arbeitet die 29-Jährige zur Zeit. Sie hatte schon in der Oberstufe das Zeichnen von Mangas für sich entdeckt. Seither arbeitete sie für verschiedene Verlage und reist durch ganz Deutschland, um Workshops für Mangafans zu geben. Bis zu vierzig Kurse im Jahr gibt die junge Frau, sofern ihr Masterstudium für Kunst und Design- Wissenschaften dies zulässt.

    Ihre künstlerischen Tipps gab sie an die Mädchen im Workshop weiter, die sich im kreativen Teil des Nachmittags, zwischen den Techniken Bleistift, Schwarz-Weiß und Aquarell entscheiden konnten. So entstanden Manga-Lesezeichen und -einzelbilder, die die Mädchen als Andenken behalten konnten.

    Sichtlich zufrieden über ihre erste Manga-Zeichnung war Victoria Höllmer. „Ich wusste vorher gar nicht, was Mangas sind“, gab sie zu. Sie war gemeinsam mit ihrer Schwester Marie zu dem Workshop gekommen. Während Marie vor allem das Malen mit Aquarellfarben gefiel, konnte Lisann Fähnrich dem „freien Zeichnen“ am meisten abgewinnen. „Das hat mir richtig Spaß gemacht“, so die junge Nachwuchskünstlerin. Wie einige Teilnehmerinnen kannten Lisann und Marie Mangas schon aus der Schule. „Sie sind in den letzten Jahren auch in Deutschland immer bekannter geworden“, sagte sich Alexandra Völker.

    Eine Erklärung für die Faszination von Mangas, hatte die Zeichnerin ebenfalls parat: „Sie sind etwas Neues und man kann die Eltern damit beeindrucken, ein Comic rückwärts zu lesen“, macht die Masterstudentin auf die besondere Leseweise japanischer Literatur aufmerksam.

    In den Genuss dieser gewöhnungsbedürftigen Leseart werden die drei Teilnehmerinnen des Workshops kommen, die jeweils eine Ausgabe von Völkers letzten Comic, in einer Verlosung gewonnen hatten.


  • Kino4You spendete an Stadtbücherei: Gaming-Projekt wird aufgestockt

    Lüdinghausen - 

    339 Euro spendete jetzt das Team von Kino4You an die Stadtbücherei St. Felizitas. Mit dem Geld sollen neue Spielekonsolen angeschafft werden.

    Von Peter Werth

    Ein Jahr hat das Team von Kino4You Kindern und Jugendlichen allmonatlich in der Burg Lüdinghausen freitags abends Filme gezeigt. Nachdem der Zuspruch des jungen Publikums stetig nachgelassen hatte, entschlossen sich die Initiatoren, das Projekt einzustellen. „Wir können halt keine Blockbuster bieten“, erklärte dazu Anke Austrup.

    Dennoch wurde bei den Vorführungen ein Überschuss in Höhe von 339 Euro erwirtschaftet. Und der kommt nun der Stadtbücherei St. Felizitas zugute. Die Summe überreichten jetzt Carmen Gosmann, Claudia Schneider und Anke Austrup an den Bücherei-Leiter Peter Mählmann.

    Und der wusste auch schon genau, wofür das Geld eingesetzt werden soll. „Wir werden es in unser neues Gaming-Projekt investieren“, kündigte er an. Dann können wie geplant neben der X-Box One und der Playstation 4 noch andere Spielekonsolen für die jugendlichen Bücherei-Nutzer angeschafft werden.


  • Demnächst wird auch „gedaddelt“

    Lüdinghausen - 

    Die Zeiten ändern sich. Dass es in der Bücherei nur Literatur gab, ist längst Historie. Auch Video- und Konsolenspiele gibt es schon seit geraumer Zeit. Aber jetzt will Büchereileiter Peter Mählmann mit Blick auf diese aktuellen Medien ein neues Kapitel aufschlagen. Gemeinsam mit den kirchlichen Büchereien in Ochtrup, Borken, Raesfeld und Geldern wird ein „Gaming“-Projekt vorbereitet. Den jungen Besuchern werden Spiele der neuesten Generation angeboten.

    Von Werner Storksberger

    Früher waren die Spiele verpönt. Dieses Verhältnis hat sich mittlerweile geändert. „Wir haben keine Berührungsängste mit den Spielen. Sie sind ohnehin überall vorhanden“, versichert Mählmann. Bei dem gemeinsamen Projekt, in das auch Landesmittel fließen, soll das Angebot vieler unterschiedlicher Spiele unterschiedlicher Anbieter deutlich aufgestockt werden. Selbstverständlich werden keine Spiele mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren angeboten. Auf der anderen Seite will man das Angebot für alle Altersgruppen interessant machen.

    „Gedaddelt“ wird demnächst aber nicht nur in den eigenen vier Wänden. Auch in der Bücherei besteht bald die Möglichkeit, die Spiele auszuprobieren. Ein großer Bildschirm wird demnächst installiert. Aus diesem Grunde nutzt das Bücherei-Team auch die Ferien, um die Räumlichkeiten umzugestalten. Die Jugend-Ecke wird umgemodelt. Das Bücherei-Team nutzt diesen Anlass, um nicht mehr aktuelle Medien auszusortieren. Durch die Umgestaltung will Mählmann aber auch verhindern, dass sich die Nutzer klassischer Medien und Besucher, die spielen wollen, ins Gehege kommen. Darüber hinaus wird es eine zeitliche Regelung geben. „Es wird sicherlich nicht den ganzen Tag über gespielt“, ist sich Mählmann sicher. Auf der anderen Seite weiß der Bücherei-leiter, dass die Spiele begehrt und erwünscht sind. Das habe eine Umfrage, die im vergangenen Jahr gemacht wurde, gezeigt.

    Etwa Ende August will die Bücherei mit einer Präsentation an die Öffentlichkeit gehen. Bis dahin muss nicht nur für die Technik gesorgt werden. Das Bücherei-Team muss sich ebenfalls noch schulen lassen, um mit dem Medium in Theorie und Praxis umgehen zu können.

  • Bücherei der Zukunft: Suche beginnt

    Lüdinghausen - 

    Wie soll in Lüdinghausen die Bücherei der Zukunft aussehen? Eine Antwort auf diese Frage suchen die Verantwortlichen von Stadt und Kirche. Anlass zu diesen Überlegungen ist die Tatsache, dass Ende 2016 die Verträge über die Kooperation zwischen Kirche, Stadt und Vermieter auslaufen.

    Von Werner Storksberger

    Als die ersten Musikkassetten in der Bücherei zur Ausleihe präsentiert wurden, gab es bei „konservativen“ Nutzern der Einrichtung nur Kopfschütteln. Was haben Kassetten mit Musik oder Hörspielen in der Bücherei zu suchen? Schon längst sind die Kassetten Schnee von gestern. Videos sind ebenfalls ausgemustert, und DVDs werden früher oder später den Weg alles Irdischen gehen. Auch Büchereien unterliegen dem schnellen Wandel. Da Ende 2016 Miet- und Kooperationsverträge zwischen Vermieter, Stadt und Kirche auslaufen, entwickeln die Verantwortlichen in den nächsten Monaten Konzepte für die „Bücherei der Zukunft“. Das bestätigten Büchereileiter Peter Mählmann, Pfarrer Benedikt Elshoff und Bürgermeister Richard Borgmann übereinstimmend gegenüber den WN.

    2001 zog die Stadtbücherei vom Raesfeldhaus in die angemieteten Räume an der Steverstraße. Gleichzeitig erhöhte die Stadt Lüdinghausen ihre Unterstützung der Einrichtung. Seither heißt die Einrichtung „Stadtbücherei St. Felizitas“. Die Kommune übernimmt zwei Drittel des Gesamtbudgets. Diese Vertragssituation soll rechtzeitig vor dem Auslaufen unter die Lupe genommen werden. Nicht unberücksichtigt dabei bleibt auch die Standortfrage. Das Gerücht, dass bereits ein neues Domizil im gewerblichen Teil des Hotel-Komplexes in der Borg gefunden worden sei, wurde von den Verantwortlichen allerdings dementiert.

    „Wichtig ist jetzt zunächst einmal, dass ein Anforderungsprofil erstellt wird. Wir müssen wissen, was wir wollen“, erläuterte Bürgermeister Richard Borgmann die Situation. In diesem Anforderungsprofil sind Räume, aber auch Personal, Technik oder Finanzen zu berücksichtigen. Wie die Bücherei der Zukunft aussehen könnte, sahen sich übrigens die Mitglieder des Beirats erst im vergangenen November in Ochtrup an, wo eine Einrichtungen völlig neu konzipiert wurde. Angesichts der baulichen Entwicklungen innerhalb der Stadt kann sich Borgmann mehrere Alternativen vorstellen. Aber: „Der alte Standort kann auch der neue sein.“

    „Wir wollen nichts mit der heißen Nadel stricken“, begründet Pfarrer Benedikt Elshoff den frühen Zeitpunkt des Einstiegs in das Thema. „Wir haben eine gute Bücherei und werden auch eine gute Einrichtung behalten, wenn die Verträge erneuert werden“, ist sich Elshoff sicher. Wichtig sei für ihn jetzt, dass geklärt werde, welche Ansprüche man an eine Bücherei mit Zukunft habe. Irgendwann werde man sich umschauen, wo was am besten zu realisieren sei. Der Fahrplan sehe jetzt zunächst einmal vor, dass sich der Kirchenvorstand und die Vertreter der Stadt an einen Tisch setzen, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

  • Mangas: Malausflug nach Fernost

    Lüdinghausen - 

    In die dritte Runde geht nun schon der NRW-Kulturrucksack auch in Lüdinghausen, der Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren viele unterschiedliche Aktionen anbietet. Die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld haben sich auch für dieses Jahr so einiges einfallen lassen: Am 15. August (Samstag) können interessierte Manga-Fans sich in der Stadtbücherei St. Felizitas (Steverstraße 31) einmal selbst am Zeichnen eines richtigen Mangas versuchen. Zwischen 15 und 17 Uhr wird die bekannte Mangazeichnerin Alexandra Völker dort anhand einiger Beispiele erklären, wie man selbst eine Figur erfindet und zeichnet.

     

    Von Anna-Lena Hanke

    Für die eher Lesebegeisterten gibt es am 28. September (Montag), auch in der Stadtbücherei, eine Buchvorstellung des Kinderbuchautors Rüdiger Bertram. Dieser wird von 15 bis 16 Uhr aus seinen „Coolman“-Büchern vorlesen, von denen es mittlerweile schon acht Bände gibt. Anmelden können Interessenten sich für diese beiden Veranstaltungen in der Bücherei oder unter ✆ 02591/5517.

     

    Einen tiefen Einblick ins Mittelalter können Geschichtsneugierige am 22. August (Samstag) im Innenhof der Burg Lüdinghausen. Sei es Unterricht im Bogenschießen, Kerzenziehen oder Tanzen von mittelalterlichen Tänzen – hier ist zwischen 14 bis 18 Uhr für jeden etwas dabei. Unter ✆ 02591/926174 (Anja Tönies) oder ✆ 02591/926173 (Bernhild Bünder) können sich Interessierte hierfür anmelden. Alle Aktionen des Kulturrucksacks sind zudem kostenlos.

     


  • Schmökern bis zur Geisterstunde

    Lüdinghausen - 

    Schmökern bis zur Geisterstunde- Das war am Freitagabend in der Stadtbücherei St. Felizitas möglich. Im Rahmen der 6. NRW-weiten „Nacht der Bibliotheken“, an der sich rund 200 Bibliotheken beteiligten, gab es auch in Lüdinghausen und Seppenrade die Möglichkeit zur einer ausgiebigen „Nachtwanderung“ durch die Bücherei.

     

    Das Thema war in diesem Jahr „eMotion- Bibliotheken bewegen“ und wurde auch in der Bücherei St. Felizitas sehr wörtlich genommen: Bei einem Crossboccia-Turnier, einem Spiel, bei dem die Teilnehmer versuchen müssen mit Bällen möglichst nahe an einem Zielpunkt heranzukommen, konnten sich die Besucher miteinander messen, wobei als Spielfeld die ganze Fläche der Bücherei diente. Dazu waren eine Wii-Spielekonsole und weitere Spiele aufgebaut, es gab Snacks und Getränke und sogar eine Happy Hour, in der kostenlos Filme ausgeliehen werden konnten, was auch ausgiebig genutzt wurde.

    Die Bücherei möchte sich selbst ebenfalls bewegen in ihrem Sortiment, und deswegen lagen am Freitag 300 neue Medien in den Regalen zur Verfügung. Zudem startete eine Umfrage zum Thema „Konsolenspiele“, um das teilweise veraltete Angebot in diesem Bereich zu überarbeiten und so besser auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können, denn Aktualität sei „das A und O“, so der Leiter der Bücherei, Peter Mählmann.

    Die Besucher in der Bücherei zeigten sich besonders begeistert von der Atmosphäre. „Ich mag es in aller Ruhe zu stöbern, besonders in dieser heimeligen Atmosphäre.“, so Ralf Joerss. Auch Angela Waldmann meinte: „Ich mag die gesellige Atmosphäre und für eine kleine Bücherei gibt es hier ein großes Angebot.“

    Mählmann zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends: „Wir machen bereits zum sechsten Mal mit und auch dieses Jahr gibt es eine große Resonanz.“ Und der Bibliothekar kündigte auch schon an: „In zwei Jahren sind wir mit großer Wahrscheinlichkeit wieder mit dabei.“

    Die öffentliche evangelische Bücherei in Seppenrade beteiligte sich ebenfalls mit einem bunten Programm an der Nacht der Bibliotheken. Crossboccia, eine „Tastbar“, Erzähltheater und Gewinnspiele wurden den Besuchern geboten. Dennoch hielt sich der Andrang in Seppenrade, anders als in Lüdinghausen, in Grenzen. Eine der beiden Büchereileiterinnen, Carolin Schellenberger, erklärte gegenüber den WN: „Es war ein netter, aber ruhiger Abend. Etwas mehr Resonanz hätten wir uns aber schon gewünscht.“ Ob sie in zwei Jahren wieder dabei sind, ließ Schellenberger noch offen: „Wenn wir uns wieder beteiligen, dann aber sicher mit einem zielgruppenspezifischeren Rahmen.“


  • Schülerinnen des Berufskollegs machen‘s spannend

    Ein Buch und 50 Autoren – ein gutes halbes Dutzend Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs haben jetzt an einem groß angelegten Buchprojekt des Friedrich-Bödecker-Kreises NRW mitgewirkt.

     

    Die angehenden Erzieherinnen und Abiturientinnen haben mit Schülern verschiedener Schulen in Dülmen gemeinschaftlich einen spannenden Krimi geschrieben. „Und der wird auch ganz sicher als gedrucktes Buch erscheinen“, bestätigte Projektleiterin Dr. Sarah Meyer-Dietrich – im Klartext-Verlag.

    Die Geschäftsführerin des in Solingen ansässigen Friedrich-Bödecker-Kreises, der sich die Begegnung von Autoren und Jugendlichen durch Lesungen und Schreibwerkstätten zur Aufgabe gemacht hat, hatte mit dem Dortmunder Autor Sascha Pranschke zudem einen echten Schreibprofi engagiert, der die Entstehung des Jugendkrimis begleitet hat. Erst am vergangenen Freitag wurde nach dem Start vor fünf Wochen die letzte Zeile geschrieben. Der Arbeitstitel des Buches lautet „Neben der Spur – ein Dülmen-Thriller“.

    „Das ist eine Erfahrung, die man nicht jeden Tag macht“, beschrieb Christa Heitkötter ihre Motivation, bei dem Buchprojekt mitzumachen. Die 18-Jährige fand es spannend, „selbst entscheiden zu können, wie es in der Geschichte weitergeht“. Zuvor hatten nämlich andere Schülergruppen nach und nach die ersten Kapitel des Thrillers verfasst.

    Die Vorarbeit wurde in einem gemeinsamen Plenum der verschiedenen Gruppensprecher geleistet, beschrieb Sarah Meyer-Dietrich den Entstehungsprozess des Buches. Schließlich einigten sich alle auf folgenden Plot: Hauptfigur ist der 17-jährige Brian, ein Hip-Hop-Freak und leidenschaftlicher Basketballer, der neu nach Dülmen gezogen ist. Irgendwann benehmen sich Menschen und Tiere in seiner Umgebung „irgendwie merkwürdig“, werden aggressiv. Allmählich kommen er und seine neuen Freunde der Sache auf die Spur. Das Wasser aus dem nahen Stausee scheint vergiftet. Ein Umweltskandal mit tödlichen Folgen! Ach ja, eine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen.

    Besonders herausfordernd sei es gewesen, alle vorgegebenen Handlungsstränge der anderen Gruppen beizubehalten und die Geschichte schlüssig fortzusetzen, sagte Mona Kortmann, die wie Christa Heitkötter aus Lüdinghausen kommt. Auch ihre ebenfalls aus der Steverstadt stammende Klassenkameradin Sophia Schwenken hat mit wachsender Begeisterung mitgemacht. „Ich schreibe gerne, auch in meiner Freizeit“, erzählte die 18-Jährige.

    Krimi-Autor Sascha Pranschke zeigte sich angetan vom Engagement der jugendlichen Autoren, die die Story entwickelt hatten. Als sehr spannend habe er den Entstehungsprozess einer schlüssigen Geschichte erlebt. „Immerhin 50 Autoren, alle bringen ihre eigene Sicht mit. Das verleiht den Figuren unterschiedliche Facetten“, erklärte er. Seine eigene schriftstellerische Passion fasste der 40-Jährige so zusammen: „Ich schreibe Geschichten, seit ich schreiben kann.“


  • Stadtbücherei St. Felizitas zieht Bilanz - Kassette ist Historie

    Digitale Medien spielen in der Stadtbücherei St. Felizitas eine immer größere Rolle. Das „gute alte Buch“ bildet weiterhin die Basis der Einrichtung, aber an der Elektronik führt kein Weg vorbei. Beispielsweise E-Books: „Die Ausleihzahlen stiegen um 38 Prozent“, berichtete Peter Mählmann jetzt im Zusammenhang mit der Bilanz für das vergangene Jahr.

    Von Werner Storksberger

     

    Dass die Bücherei trotz aller Innovation auf das klassische Buch setzt, hat einen guten Grund: Elektronische Medien sind Trends unterworfen. Computer- und Konsolenspiele waren bis vor einigen Jahren ein Renner – auch in der Stadtbücherei St. Felizitas. Mittlerweile gehen Nachfrage, Bestand und Umsatz zurück. Ein anderes Kapitel einer Technik, die vor Jahrzehnten neu war, wurde jetzt endgültig zu den Akten gelegt: Die (Musik)Kassette hat ausgedient. „Die waren endgültig ausgeleiert“, so Mählmann. Selbst bei E-Büchern ist mittlerweile eine Sättigung des Interesses festzustellen. Trotzdem: „Unsere Nutzer wollen aktuelle Medien. Romane, die in den Hitlisten zu finden sind, müssen auch wir im Angebot haben“, versichert Mählmann im WN-Gespräch. Was der Lüdinghauser Stadtbücherei die Versorgung mit aktuellen Medien erleichtert, ist die Zusammenarbeit mit 15 anderen Büchereien im Münsterland.

    Das Bücherei-Team, zu dem auch 25 ehrenamtliche Aktive gehören, hat sich im vergangenen Jahr nicht nur Gedanken über die verschiedenen Medien gemacht. Es hat auch über die Zukunft der Einrichtung nachgedacht. So stand beispielsweise ein Besuch des Beirats in Ochtrup auf dem Programm, wo eine Bücherei besichtigt wurde, die als beispielgebend bewertet wird. „Unsere Lage an der Steverstraße ist hervorragend. Aber wir sind sehr beengt“, bringt Mählmann die Situation auf den Punkt. Durch Umgestaltung und Umorganisation wurde jetzt auch etwas „Luft“ geschaffen, die die Kunden honorieren. „Volle Regale stöbert niemand durch“, weiß Mählman aus Erfahrung.

    Trotz der drangvollen Enge fanden in der Bücherei immer wieder Veranstaltungen statt. Schulen oder Kindergärten waren stets vor Ort. Die Bücherei beteiligte sich auch an den Großveranstaltungen wie Stadtfest, Sternenpicknick oder Wintermarkt. „Wir gehören schließlich zur Innenstadt“, so Mählmann. Dabei habe die Einrichtung schon viele neue Leser aus der Umgebung gewonnen.

    Zurück zu elektronischen Medien. Nicht nur die Homepage der Bücherei wird intensiv genutzt. Auch der Zugang zu den Facebook-Beiträgen klicken die Leser und halten sich damit auf dem Laufenden. 135 „Freunde“ hat die Bücherei mittlerweile. „Mit einer solchen Resonanz hätte ich nicht gerechnet“, gibt Mählmann zu.

    Zum Schluss noch einige Daten und Zahlen: Im vergangenen Jahr wurde die Bücherei von über 50000 Besuchern aufgesucht. Die Kunden kommen zu 86 Prozent aus Lüdinghausen, die Rangliste der übrigen Besucher wird von Aschebergern, Nordkirchenern und Olfener Lesern fortgesetzt. Etwa ein Drittel der Kunden sind männlich.

    Konstant blieb der Gesamt-Umsatz der Medien: 4,4 Mal wurden sie im Durchschnitt entliehen. Kinder- und Jugendhörbücher lagen beim Umsatz mit 10,2 Ausleihen pro Medium an der Spitze. Insgesamt beläuft sich der Bestand auf 36917 Medien, darunter 10214 Kinder- und Jugendbücher.

  • „Vorzeigebücherei“ besucht

    Lüdinghausen - 

    Beeindruckt waren jetzt die Mitglieder des Büchereibeirats der Stadt Lüdinghausen, als sie „die Kollegen“ in der Bücherei St. Lamberti in Ochtrup besuchten. Die dortige Stadt- und Pfarrbücherei wurde erst kürzlich komplett renoviert und neu ausgestattet. „Das ist die Vorzeigebücherei im Münsterland“, erläuterte Lüdinghausens Büchereileiter Peter Mählmann.

    Von Werner Storksberger

     

    Zukunftsweisende Konzepte und Techniken wurden hier umgesetzt. So ist eine selbstständige Ausleihe möglich, die Rückgabe der Medien kann rund um die Uhr erfolgen – die Technik macht es möglich. Auf einer Fläche von rund 1000Quadratmeter verteilen sich ähnlich viele Medien wie in der Lüdinghauser Bücherei. Die muss sich allerdings mit 350 Quadratmetern bescheiden. Kein Wunder, dass die Einrichtung in Ochtrup einen deutlich helleren, freundlicheren und offeneren Eindruck macht. Von der Bücherei genutzt werden kann auch ein Mehrzweckraum, der beispielsweise öffentliche Veranstaltungen ermöglicht.

    Hintergrund der Fahrt nach Ochtrup ist die Tatsache, dass im Jahre 2016 der Vertrag zwischen der Kirchengemeinde St. Felizitas und der Stadt Lüdinghausen über die Trägerschaft der Einrichtung sowie der Mietvertrag auslaufen. „Wir wollen jetzt Ideen sammeln, um in die Zukunft zu blicken“, so Peter Mählmann gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Er verwies darauf, dass die Entwicklung im Bücherei- und Medienwesen rasant schnell verlaufe. Büchereien von heute seien nicht mit den Einrichtungen vergangener Jahre zu vergleichen.


  • Manga, Manga!

    Manga-Zeichnerin Alexandra Völker gab den Jugendlichen wertvolle Tipps. Was zeichnet Manga-Figuren aus und auf was muss man beim Zeichnen achten? Während des Seminars gestalteten die Jugendlichen individuelle Lesezeichen. Foto: teri

    Der Kulturrucksack NRW im Kreis Coesfeld hat in Kooperation mit der Stadt Lüdinghausen am vergangenen Samstag ein Manga-Seminar in der Stadtbücherei veranstaltet. Unter professioneller Leitung von Mangazeichnerin Alexandra Völker konnten sich die 20 Jugendlichen einen ersten Eindruck von der Welt des Zeichnens verschaffen, Basics lernen und als Seminar-Ziel eine individuelles Lesezeichnen gestalten.

    Von Theri Zavrakidis-Herrero

     

    „In der Manga-Welt kommt es nicht darauf an, alles ganz genau und symmetrisch zu zeichnen“, sagt Manga-Zeichnerin Alexandra Völker. Zunächst gab es viel Theorie und nützliche Tipps für die Jugendlichen. Angewandt wurde diese auf die Anime-Figuren der Manga-TV-Serie „One Piece“.

    Dann durften die Jugendlichen „ganz grob“ ein typisches Manga-Gesicht zeichnen. „Gut aussehende Helden oder Bösewichter haben meistens lange Haare, die leicht ins Gesicht übergehen“, sagt Völker. Nach der Theorie und ersten Zeichen-Übungen konnte sich der Lüdinghauser Nachwuchs aussuchen, wie er sein individuelles Lesezeichen malen möchte: mit Aquarell-Farben, Aquarell-Buntstiften, Buntstiften oder im schlichten Schwarz-Weiß. Wer noch Inspiration brauchte, konnte sich in der Bücherei umsehen und in Manga-Comics stöbern. „Man lernt das Zeichnen viel schneller, wenn man andere Charaktere nachzeichnet, anstatt vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen“, sagt Völker.

    Was nicht jeder weiß: Manga ist lediglich „der japanische Begriff für Comics“, erläutert Völker. Folglich ist in Japan jeder Comic ein Manga. Daher bekommt der 12-jährige Leo Stromann die passende Antwort auf sein Anliegen. Er würde „lieber Donald Duck malen“, anstelle eines Charakters aus japanischen Comics. „Wenn ihr ganz große Donald-Duck-Fans seid, dann darfst du, mein Schatz, auch Donald Duck malen“, so Völker. Die 13-jährige Celina Mutert besucht bereits zum zweiten Mal ein solches Seminar und fühlt sich beim Zeichnen der japanischen Comics sichtlich wohl: „Man lernt immer noch neue Sachen dazu.“

    Die Teilnahme am Seminar war kostenlos. Zudem gab es für die Jugendlichen diverse Süßigkeiten. Die Stadt Lüdinghausen hatte sich im Vorfeld mit Bibliotheksleiter Peter Mählmann in Verbindung gesetzt und angefragt, ob sich die Stadtbücherei an der Aktion beteiligen möchte. „Wir wollten keine einfache Lesung machen. Daher haben wir das Manga-Seminar ausprobiert“, sagt Mählmann. Und das mit Erfolg. Die wenigen Plätze waren sofort ausgebucht. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf www.buecherei-lh.de oder auf der Homepage der Seminar-Leiterin www.xela-city.de informieren.


  • Stadtbücherei wünscht sich viele neue Freunde

    Viele „Freunde“ wünscht sich das Team der Stadtbücherei St. Felizitas. Seit knapp zwei Wochen ist die Bücherei bei Facebook vertreten. Foto: wer

    Lüdinghausen - 

    Es hat lange gedauert, doch nun ist auch die Stadtbücherei bei Facebook präsent. So möchte man noch besser in Kontakt mit den Nutzern treten.

    Von Peter Werth

     

    Die Stadtbücherei St. Felizitas sucht „Freunde“ – auf Facebook. Denn in diesem sozialen Netzwerk tummelt sich das Team seit knapp zwei Wochen. „Wir haben uns lange schwer getan mit dieser Entscheidung“, gibt Büchereileiter Peter Mählmann zu. Aber letztlich führe wohl kein Weg daran vorbei, auch diesen Weg der Kommunikation mit den Nutzern der Bücherei zu gehen. Es gebe viele positive Beispiele in der Bibliotheken-Landschaft.

    „Wir haben die große Chance, mit unseren Lesern in Kontakt zu kommen“, sagt Mählmann. Und der beschränke sich längst nicht darauf, Hinweise auf neue Lektüre, Hörbücher oder Spiele zu geben. Das Team wolle eine „Plauderei zwischen Bücherei und Lesern“ in Gang setzen. „Wir wollen unterhalten und Meinungen aufgreifen.“ Und so finden sich bereits eine ganze Reihe Kommentare und Likes auf der Seite, originell auch die Lesetipps des Teams oder Hinweise auf Neuerscheinungen wie den neuesten Fall von „Kommissar Kluftinger“ – der Buchtitel lautet „Grimmbart“.

    Und so werde man die Facebook-Seite ständig im Auge behalten. Auch, um missbräuchliche Nutzung auszuschließen. Den Auftritt hat Anja Wansing, Mitarbeiterin der Bücherei, vorbereitet. Das Ganze hat einige Monate in Anspruch genommen. Die ersten Reaktionen der neu gewonnenen Facebook-Freunde seien aber sehr positiv, berichtet Peter Mählmann. Wie die neue Facebook-Präsenz angenommen werde, so der Büchereileiter, sollen die nächsten Monate zeigen: „Wir schauen mal.“


  • Orange für die Liebe

    Lüdinghausen - 

    Dunkelorange für die Liebe, blau für den nervenaufreibenden Thriller: Die 6500 Romane in der St. Felizitas-Bücherei sind seit Anfang des Monats nicht mehr nach Autoren, sondern nach Themen sortiert. „Krimi & Co.“, „Leben & Liebe“, „Fantasy & Spannung“, „Geschichte“ und „Verschiedenes“ heißen die neuen Oberkategorien, die jeweils einer Farbe zugeordnet wurden.

    Von Niklas Tüns

     

    „Wir wollten es unseren Lesern so einfach wie möglich machen“, erklärt Büchereileiter Peter Mählmann den Hintergrund der großen Umräumaktion. Ende 2013 kamen Leser auf ihn und seine Mitarbeiter zu. „Sie äußerten den Wunsch, dass die Romane – genau wie die Sachbücher bereits seit einigen Jahren – nach Themen sortiert in den Regalen stehen sollten“, so der Büchereichef. Grund genug für ihn, daraufhin eine Leser-Umfrage zu machen. Das Ergebnis war eindeutig: Die große Mehrheit wünschte sich die Neusortierung nach Themen.

    Anfang des Jahres begannen die Büchereimitarbeiter damit, die Romane nach und nach umzuetikettieren. Bei den meisten Büchern sei schnell klar gewesen, welchem Genre sie sich zuordnen lassen, berichtet Mählmann. Manchmal, wenn es etwa um die Unterscheidung der Unterkategorien Krimi und Thriller ging, war eine kurze Online-Recherche notwendig. „Wir sind ganz froh, dass wir das in einem halben Jahr geschafft haben. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass das Umräumen bis in den Winter andauert. „Bis jetzt kommt die neue Sortierung gut an“, freut sich Mählmann und verweist darauf, dass alle Büchereikunden sich am Freitag selbst ein Bild machen können. Dann hat die Bücherei wegen des Sternenpicknicks bis 21 Uhr geöffnet.


  • Kommentar: Gut gemacht - So geht Kundenservice

    Servicewüste Deutschland? Nicht immer passt dieses wenig schmeichelhafte Etikett. Wie guter Service am Kunden funktioniert, das hat gerade die Stadtbücherei – mal eben so nebenbei und ohne großen Aufhebens – bewiesen. Und wie hat sie das gemacht? Einfach ein Ohr für die Anregungen und Wünsche der großen und kleinen Büchereikunden gehabt und 6500 Bücher neu sortiert. Das ist doch keine große Sache, mag da jetzt mancher Zeitgenosse denken. Ein paar Bücher umstellen und mit bunten Aufklebern versehen – was ist da denn schon bei? Spätestens auf den zweiten Blick eine Menge. Das Bücherei-Team hat mit der Aktion gezeigt, dass sich Kundennähe schnell umsetzen lässt, wenn man denn will. Ein durchaus nachahmungswürdiges Beispiel, das man sich auch in so manch anderen Einrichtung dieser Stadt wünschen würde.

     

    Beate Nießen


  • 50-Euro-Schein als Lesezeichen

    Lüdinghausen - Geldscheine, Bahntickets, Fotos oder auch mal ein Stück Toilettenpapier – was die Mitarbeiter der Büchereien so alles zwischen den Bücherseiten finden, ist schon kurios. Und manches wird auch aufbewahrt.

    Von Niklas Tüns

     

    Der Bücherfreund hat sich gerade den neusten Liebesroman ausgeliehen, fängt sofort voller Vorfreude an zu lesen und möchte nach den ersten Kapiteln eine Pause einlegen. Das übliche Lesezeichen liegt mal wieder nicht in greifbarer Nähe, also muss etwas anderes her, um sich die Seite zu merken. Was die Buchausleiher dafür so alles benutzen, das sehen die Büchereien nach der Rückgabe.

    Private Fotos, Medikamentenrezepte, alte Flugtickets, Tempotaschentücher oder CDs: Allerlei kuriose Sachen entdeckten die Mitarbeiter der Stadtbücherei St. Felizitas bereits zwischen den Seiten. Und manchmal wissen sie auch sofort, wo die Romane und Thriller gelesen wurden. „Ein Blatt Klopapier war auch mal dabei“, sagt Büchereileiter Peter Mählmann. Die meisten vergessenen Lesezeichen landen direkt im Müll.

    Wenn die Büchereimitarbeiter aber Zettel mit anscheinend wichtigem persönlichen Inhalt finden, wie zum Beispiel Krankschreibungen, dann bewahren sie diese in einer Schublade auf. Dort warten derzeit neben einem Kinderfoto und Geodreieck auch ein selbst gebasteltes Lesezeichen auf ihre Besitzer. Richtig skurril war der zufällige Fund eines 50-Euro-Scheins. „Das ist schon heftig. Ich würde einen Geldschein nie als Lesezeichen benutzen. Zum Glück haben wir den Eigentümer ermitteln können“, erzählt Peter Mählmann.

    Nicht so viel Glück hatte ein Seppenrader Autogrammjäger, der vor wenigen Wochen eine Karte mit der Unterschrift von Fußballer Robert Lewandowski vergessen hatte. „Der Junge, der die Autogrammkarte in einem Kinderbuch gefunden hat, rief ganz vorbildlich an“, berichtet Ulrike Rietmann, die Leiterin der KöB St. Dionysius. Sie konnte den Besitzer zwar nicht ausfindig machen, es gab er trotzdem ein „Happy End“, sagt Rietmann: „Der Junge durfte die Autogrammkarte dann behalten. Ich weiß zwar nicht, ober er Dortmund- oder Bayern-Fan ist, aber er schien glücklich.“ Bei Fotos ist es in einem kleinen Örtchen wie Seppenrade schon einfacher. „Die Leute darauf kennt man häufig“, so die Büchereileiterin.

    Auf diese Weise konnten auch die Mitarbeiter der Evangelischen öffentlichen Bücherei in Seppenrade so manches Foto zurückgeben. Nur einmal hat es nicht geklappt: „Wir haben einmal ein Schulfoto von vor 30 Jahren gefunden“, erzählt Teamleiterin Christel Behmenburg. Doch niemand im Dorf konnte den ehemaligen Klassenkamerad identifizieren. „Jetzt hängt das Foto bei uns in der Bücherei an der Pinnwand, zwischendurch schauen wir immer gerne darauf.“


  • Eine Zuflucht für Kinder in Not

    Frauen-Union gab den Startschuss für „Notinsel“-Projekt

    Die erste Anlaufstelle für Kinder in Not wurde von Mitgliedern der Frauen-Union, Sponsorenvertretern und der Beigeordneten Christine Karasch in der Stadtbücherei eröffnet. Foto: ben

    Lüdinghausen -

    Nicht immer muss alles lange währen, damit es am Ende gut wird. Im Fall des „Notinsel“-Projektes (die WN berichteten) unter der Schirmherrschaft der CDU-Frauen- Union ging es sogar ziemlich schnell.

    Von Beate Niessen

     

    „Erst im vergangenen November hatte ich im Radio von der Aktion gehört“, erinnert sich Anke Austrup, Mitglied der Frauen Union in Lüdinghausen. Danach ging es dann ganz schnell: erst die Kolleginnen in der Union überzeugt, den Antrag gestellt und anschließend „jede Menge Klinken geputzt“, wie sie selbst schmunzelnd zugibt, um die nötigen Spendengelder zusammen zu bringen.

    Gestern dann konnte sie im Beisein von Sponsoren, Mitgliedern der Frauen- Union sowie der Beigeordneten Christine Karasch den ersten Notinsel-Aufkleber an der Eingangstür der Stadtbücherei anbringen.

    „Wir haben die Bücherei ganz bewusst als erste Anlaufstelle ausgesucht, weil hier täglich viele Kinder ein- und ausgehen“, so Austrup, die sich bei allen Beteiligten für die große Unterstützung bedankte.

    Mit dem Notinsel-Zeichen werden Ladenlokale, Arztpraxen oder andere öffentliche Einrichtungen gekennzeichnet, die sich verpflichten, für Kinder in akuten Notsituationen als Anlaufstelle und zugleich Ort der Sicherheit da zu sein. Dazu werden die Angestellten speziell geschult.

    „In den nächsten Tagen werden die Grundschulen von uns mit dem entsprechenden Informationsmaterial versorgt“, erklärte Christine Karasch. Denn nur wenn die Kinder auch wüssten, was das Zeichen zu bedeuten hat, könnten sie von dem neuen Hilfsangebot auch Gebrauch machen. „Ich bin sehr froh, dass die Frauen-Union die Schirmherrschaft übernommen und so fleißig die Werbetrommel gerührt hat“, so Karasch.

    Das landesweite Projekt gibt es bereits in vielen Städten und Gemeinden. Egal, ob Kinder gehänselt werden oder sich bedroht fühlen, ob sie ihren Hausschlüssel verloren oder Angst haben ,nach Hause zu gehen – die Notinseln sollen ihnen Zuflucht geben. In Lüdinghausen wird das Projekt ausschließlich durch Spendengelder finanziert. „Darum möchten wir uns bei allen Sponsoren noch einmal ganz ausdrücklich bedanken“, so Anke Austrup.


  • Bücherwürmer leben noch

    Es gibt sie noch – echte Leseratten. WN4YOU sprachen mit einigen über ihre Leseleidenschaft und ihre Lieblingsbücher.

    Von Hanna Küter, Lena Strotmann, Tobit Zaun

     

    „Die Tribute von Panem muss man gelesen haben!“, antwortet Nina Höning, 15 Jahre aus Lüdinghausen, auf die Frage, welches Buch sie anderen Jugendlichen empfehlen würde. Dass junge Menschen aktuell mit all den technischen Geräten so begeistert von Büchern reden, ist natürlich schön zu hören. Vorurteile gibt es schließlich genügend, die behaupten, Jugendliche würden immer weniger lesen und sich stattdessen in ihrer Freizeit mehr mit technischen Geräten beschäftigen.

    Sich bei Langeweile mit einem spannenden Buch in sein Zimmer zurückzuziehen, statt im Internet zu surfen, ist mit Sicherheit auch etwas, das Eltern zu schätzen wissen. Ein Buch aufzuschlagen und zu lesen, ist das überhaupt noch etwas, was Jugendliche in ihrer Freizeit machen? Getrost kann die Gesellschaft auf diese Frage mit einem „Ja“ antworten. Trotz der Erfindung und Verbreitung von eBooks greifen viele Jugendliche doch lieber auf ein gebundenes Buch zurück, sind aber auch nicht ganz abgeneigt gegenüber den elektronischen Büchern. Zu der Frage „eBook oder gebundenes Buch?“ äußert sich Anna (15 Jahre) aus Seppenrade: „Bücher müssen im Regal stehen und verstauben können.“ Und auch Peter Mählmann, Leiter der Bücherei St. Felizitas in Lüdinghausen, äußert sich: „Die Anzahl der Nutzer, der Bücher für eBooks in der Bücherei geht steigend aufwärts.“ Die Frage „Warum liest du?“ wurde auf unterschiedliche Weise beantwortet. „Ich lese oft auf langen Autofahrten, damit mir nicht langweilig wird“, erklärt Jana (14 Jahre). Neben dem Vertreiben der Langeweile spielen auch der Spaßfaktor und das Interesse eine entscheidende Rolle. „Ich lese, weil es eine andere Welt ist in Büchern und weil man sich da hineinversetzen kann, wenn es ein gutes Buch ist“, sagt die 17-jährige Gwen. Die Wahl des Buches entscheidet sich meist durch die kurze Zusammenfassung auf dem Buchumschlag, und auch Empfehlungen werden gerne angenommen. Bei den Jungen ist der Bestseller „Harry Potter“ beliebt und dessen Autorin Joanne K. Rowling unter den Jugendlichen weitgehend bekannt.

    Fantasyromane und Krimis werden von Mädchen zwar auch gerne gelesen, doch sie greifen auch mal zu Liebesromanen. Auch Dramen sind im Jugendalter sehr begehrt. „Der Markt für Jugendbücher ist ein sehr guter, was sich auch daran bemerkbar macht, dass sie immer wieder unter den Bestsellern landen“, sagt Peter Mählmann. Außerdem erklärt er auf die Frage, ob das Angebot in der Jugendabteilung gut genutzt werden würde, dass die bücherbegeisterten Jugendlichen noch regelmäßig vorbeikämen um sich neuen Lesestoff zu holen. Er sagt aber auch: „Wer in der Grundschule schon nicht viel gelesen hat, der liest meist auch im Jugendalter nicht viel.“ Für die Sommerferien sei auch wieder ein Angebot in Planung, um speziell die jungen Leute auf das Lesen aufmerksam zu machen. Das Ganze stehe aber noch nicht fest. Bei der Beschaffung von Büchern ist die Bücherei also immer noch eine beliebte Anlaufstelle, aber auch unter Freunden werden die Bücher getauscht. Wenn es ums Kaufen geht, ist das Internet jedoch die Quelle Nr. 1.

  • Anleitung zum Schmökern

    Die Stadtbücherei St. Felizitas, die Katholische Öffentliche Bücherei St. Dionysius und die Evangelische Öffentliche Bücherei Seppenrade sind Partner der bundesweiten frühkindlichen Leseförderinitiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stiftung Lesen gestartete Lesestart-Initiative will Eltern zum Vorlesen und mehr Kinder zum Lesen bringen.

    Die Arbeitsgemeinschaft der Büchereien in Lüdinghausen (Stadtbücherei St. Felizitas, Katholische Öffentliche Bücherei St. Dionysius und Evangelische Öffentliche Bücherei Seppenrade) ist Partner der bundesweiten frühkindlichen Leseförderinitiative „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“. Im Rahmen der Initiative, die vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv), Borromäusverein, Evangelisches Literaturportal, Sankt Michaelsbund und der Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland unterstützt wird, werden die örtlichen Bibliotheken und viele weitere Bibliotheken bundesweit seit November zur zentralen Anlaufstelle für Familien und ihre dreijährigen Kinder, die dort ihr persönliches Lesestart-Set erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stiftung Lesen im November 2011 gestartete Lesestart-Initiative will Eltern zum Vorlesen und mehr Kinder zum Lesen bringen und so ihre Bildungschancen konkret und nachhaltig stärken. Dazu begleitet „Lesestart“ Kinder in den entscheidenden frühen Lebensjahren bis zum Eintritt in die Schule. In dieser Zeit erhalten Familien drei Mal ein kostenloses Lesestart-Set, das aus je einem altersgerechten Buch sowie Tipps und Informationen zum Vorlesen und Erzählen besteht. Der Fokus der Lesestart-Initiative liegt auf Kindern, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen oder denen wenig vorgelesen wird.

    Der Sprecher der Lüdinghauser Arbeitsgemeinschaft Peter Mählmann erklärt dazu: „Unsere bereits bestehenden Angebote zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz von Kindern und die bundesweite Lesestart-Initiative setzen sich für das gleiche Ziel ein: Kindern und ihren Eltern schon frühzeitig Freude an Sprache, Büchern und (Vor)lesen zu vermitteln.“

    Die erste Phase von Lesestart, in der Familien mit einjährigen Kindern im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung bei ihrem Kinderarzt ein kostenloses Lese­start-Set erhalten, startete im November 2011. In der zweiten Phase ab 2013 erwartet die dann Dreijährigen und ihre Eltern ein altersgerecht zusammengestelltes Lesestart-Set in den örtlichen Bibliotheken. Die Bibliotheken arbeiten dazu eng mit sozialen und kommunalen Einrichtungen wie etwa Kindertagesstätten zusammen. Für die dritte Lesestart-Phase ab 2016 ist für jedes Kind mit dem Eintritt in die Schule ein Lesestart-Set vorgesehen, das die Kinder zum Selberlesen motivieren soll, heißt es abschließend.


  • Wertvoll oder nicht – Hauptsache man liest

    Lüdinghausen -

    Jungs ab zwölf Jahren gelten in der Branche als „verlorene Generation“ – Computer und Smartphone sei Dank. Und doch kommen jedes Jahr wieder neue spannende Jugendbücher auf den Markt – nicht nur für Mädchen. WN4YOU hat sich anlässlich der Frankfurter Buchmesse mal umgeschaut.

    Von Ira Stapel

     

    Bücher über Bücher: Einmal im Jahr stehen sie im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dann findet in Frankfurt die Buchmesse statt, die gestern wieder ihre Tore öffnete. Grund genug, das sich WN4You mit dem Büchermarkt für jugendliche Leser beschäftigt.

    Laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest lasen im letzten Jahr rund 42 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mehrmals wöchentlich in einem Buch.

    Welche Bücher gelesen - oder zumindest verkauft – werden, sieht man an den Bestsellerlisten des deutschen Buchhandels (siehe Infokasten). Die Zielgruppe ist dabei zumeist jung und weiblich – laut der Studie lesen auch deutlich mehr Mädchen als Jungen. Jungs ab zwölf gelten in der Branche oft sogar als „verlorene Leser“. „Es gibt halt Leser und es gibt Nichtleser“, meint dazu Peter Mählmann Leiter, der Stadtbücherei St. Felizitas in Lüdinghausen. Vieles habe da auch mit dem Elternhaus zu tun.

    Aber abgesehen von Bestsellerlisten, in denen sich hauptsächlich die Verkaufszahlen von Büchern widerspiegeln, gibt es auch echte Empfehlungslisten – wie beispielsweise die Liste der nominierten Titel zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Abteilung Jugendbuch (siehe Infokasten). Ein echter Anspruch an Sprache und Inhalt kennzeichnen diese, von einer Jury ausgewählten, Bücher. „Wenn man auf der Suche nach einem neuen guten Buch ist, dann kann ich beide Listen empfehlen“ meint dazu Ute Stahlschmidt von der Lüdinghauser Steverbuchhandlung. Auf den Bestsellerlisten stehe halt das, was momentan bei vielen Menschen im Gespräch sei und auf den Nominiertenlisten fänden sich häufig echte Entdeckungen.

    Beides habe seine Relevanz, findet sie. Peter Mählmann schränkt allerdings ein, dass die Listen der als besonders wertvoll ausgewählten Bücher für ihn in der Praxis oftmals keine Handlungsmaßgabe darstellen: „Was nützt es, wenn ich die ganzen preisgekrönten Bücher im Regal stehen habe und sie werden nicht ausgeliehen“, fragt er. Er freue sich, wenn überhaupt gelesen werde. Und das wird es seinem Gefühl nach – auch von Jugendlichen – durchaus. Gerade zu den Ferien würden deutlich mehr Bücher ausgeliehen, denn während der Schulzeit fehle oft die nötige Ruhe, um richtig zu schmökern. Zum Glück stehen jetzt aber die Herbstferien vor der Tür und auch angesichts des immer trüberen Wetters steht einem gemütlichen Leseabenteuer dann wohl nichts mehr im Wege.


  • Krimis, Fantasy und Star Wars

    So., 18.08.2013 Westfälische Nachrichten

    So., 18.08.2013

    Sommerzeit in der Stadtbücherei

    Krimis, Fantasy und Star Wars

    Lüdinghausen -

    Über Langeweile können sich die Mitarbeiter der Stadtbücherei St. Felizitas nicht beklagen – trotz Ferienzeit. Sie haben reichlich zu tun – insbesondere vor den Wochenenden, wenn sich die Benutzer mit neuer Literatur oder anderen Medien eindecken.

    Von Christian Besse

     

    Schulferien sind nicht zuletzt für Leseratten eine gut zu nutzende Freizeit – was läge da näher als die Vermutung, dass die Büchereien in diesen sechs Wochen mehr Zulauf bekommen?

    Diese Annahme stimme aber nur bedingt, sagt Peter Mählmann, Leiter der Lüdinghauser St.-Felizitas-Bücherei an der Steverstraße. „Jetzt in den Ferien ist es vormittags voller als sonst, weil die Kinder nun schon morgens Zeit haben.“ Auch wenn der „Bettenwechsel“ anstehe, der in der Hotelierbranche so bezeichnete Tag der An- oder Abreisen von Urlaubern, sei die Kundenfrequenz spürbar höher. Denn dann versorgen sich die vor der Fahrt in die Ferien stehenden Familien noch schnell mit Büchern, Gesellschaftsspielen und nicht zuletzt – über die Website der Bücherei – mit E-Books für die Zeit am Strand. Ansonsten unterschieden sich die Ferienwochen für seine Mitarbeiter kaum von der Zeit, in der Kinder und Jugendliche in die Schule müssen, sagt Mählmann.

    Auch das Wetter habe keinen erkennbaren Einfluss auf das Verhalten der Büchereinutzer. Seiner Erfahrung nach gebe es da keinen Zusammenhang, so der Büchereileiter. „Wir lassen uns da jeden Tag überraschen.“

    Besser einordnen lassen sich die Wünsche und Vorlieben der Büchereinutzer. „Im Erwachsenenbereich sind die klassischen und auch die Regionalkrimis sehr beliebt“, sagt Peter Mählmann. „Bei den Jugendlichen sind es überwiegend Fantasy und Mistery – alles, was zwischen Harry Potter und der Twilight-Saga liegt. Die Kinder mögen nach wie vor alles, was mit Star Wars zu tun hat.“ Der Renner bei den ganz Kleinen wiederum seien Tiptoi-Bücher und -Spiele, bei denen der Nachwuchs mit dem Tippen eines Stifts auf ein Bild oder einen Text ein Geräusch oder eine erklärende Stimme aufrufen könne.

    Kinder und Jugendliche machen einen Großteil der Leser aus, obwohl der Nachwuchs, wenn er älter werde, die Bücherei immer seltener in Anspruch nehme. „Aber wir können uns nicht beschweren, dass uns das komplett wegbrechen würde“, sagt der Leiter. „Spätestens mit dem Schulabschluss hört das aber auf – weil viele nun wegziehen oder als Erwachsene andere Interessen haben.“ Viele kehrten aber später zu „ihrer“ alter Bücherei zurück – wenn sie an ihrem Heimatort zurückgezogen sind oder weil sie nun selbst eine Familie haben.

    Insgesamt rund 36000 Medien neben Büchern und Brettspielen auch DVDs, CDs, Zeitschrifen und Konsolenspiele hat die Bücherei an der Steverstraße im Angebot, etwa 20 Prozent davon seien ausgeliehen. Fast 30 Mitarbeiter zwei Vollzeitkräfte, eine Auszubildende und etwa 25 Ehrenamtliche – betreuen die Kunden und kümmern sich um den Bestand. Eine spannende Aufgabe, wenn man – siehe Ferien, siehe Wetter – bei Beginn des Arbeitstages meist nicht weiß, was auf einen zukommt. Oder, wie Peter Mählmann es schmunzelnd formuliert: „Man muss auf alles gefasst sein.“


  • Sie haben das Lesen zum Beruf gemacht

    Lüdinghausen -

    Buchhändlerin Ute Stahlschmidt und Jasmin Schnieder, Mitarbeiterin der Stadtbücherei Lüdinghausen, haben das Lesen zu ihrem Beruf gemacht. Beide schätzen Krimis, sind aber davon überzeugt, dass man ein Buch auch mal weglegen kann, wenn es gar zu langweilig wird. Am „Welttag des Buches“ wollten sie vor allem Kinder und Jugendliche zum Lesen animieren.

    Von Peter Werth

     

    „Wenn man sich durch ein Buch quälen muss, dann bringt es nichts“ – Jasmin Schnieder hat das Lesen zu ihrem Beruf gemacht, aber nicht jedes Buch muss für sie bis zur letzten Seite gelesen werden. Sie arbeitet seit 2004 in der Lüdinghauser Stadtbücherei, hat dort auch ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste absolviert. Doch der „Welttag des Buches“ am Dienstag war für sie „ein ganz normaler Tag“. Eine Schulklasse war zu Besuch, das war‘s. „Erwachsene, die nicht lesen, interessiert auch der ,Welttag des Buches‘ nicht“, weiß sie."

    »Erwachsene, die nicht lesen, interessiert auch der ,Welttag des Buches‘ nicht.«

    Jasmin Schnieder

    Jasmin Schnieder selbst liest gerne Krimis, besonders die von Sebastian Fitzek. Aber auch Fantasy-Romane wie zuletzt „Göttlich verloren“ von Josephine Angelini. Für die 25-Jährige bietet das Lesen eines Buches viel Raum für die eigene Fantasie. „Ein Film kann das nicht leisten. Da ist alles schon vorgegeben.“

    Auch Ute Stahlschmidt liebt diese Fantasiereisen beim Lesen. Die Inhaberin der Steverbuchhandlung bevorzugt Krimis mit psychologischem Hintergrund, aber auch politische Sachbücher zu aktuellen Themen. Als Buchhändlerin ist sie ja geradezu gezwungen, eine Leseratte zu sein. Auf drei Bücher in der Woche kommt sie dabei. „Ich habe Bus-Bücher und Bücher für die Couch und das Bett. Aber ich lege auch mal Bücher weg. ich verrate aber nicht welche“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

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    »Ich habe Bus-Bücher und Bücher für die Couch und das Bett. Aber ich lege auch mal Bücher weg. ich verrate aber nicht welche.«

    Ute Stahlschmidt

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    Die Lust aufs Buch haben in Kindertagen die Jim-Knopf-Geschichten von Michael Ende geweckt. Die haben sie nicht losgelassen. Aktuell empfiehlt sie den in Belgrad spielenden Krimi „Kornblumenblau“ des Autorenpaares Schünemann und Volić.

     


  • Keinesfalls verstaubt

    Lange Nacht der Büchereien machte Spaß

    Mo., 04.03.2013

     

     

    Lüdinghausen -

    Dass Büchereien alles andere als verstaubt sind, stellte eindrucksvoll auch die Stadtbücherei St. Felizitas unter Beweis. In der Langen Nacht der Büchereien am Freitag zeigte sie Spiele und Bücher in großer Bandbreite.

     

    Als eine von rund 200 Bibliotheken in NRW präsentierte sich die Stadtbücherei St. Felizitas in der Langen Nacht der Büchereien getreu dem Motto wilder als so mancher dachte. Statt verstaubter Bücher und veralteter Nachschlagewerke wurden 450 neu angeschaffte Medien präsentiert und eine Wii aufgebaut.

    „Wir arbeiten eben auf der Höhe der Zeit“, erklärte Büchereileiter Peter Mählmann und betonte, dass die Nutzer der Bücherei das zu schätzen wüssten. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, denn wir liegen im Trend“, so Mählmann, der auf die zahlreichen neuen Medien im Angebot verwies. Darunter befinden sich auch die immer mehr an Beliebtheit gewinnenden E-Books, die in der virtuellen Bücherei-Zweigstelle bibload.de bequem von zu Hause ausgeliehen werden können. Von einem Imageverlust der Bücherei könne in Lüdinghausen keine Rede sein.

    Premiere feierten Freitagnacht auch die Großspielversionen der bekannten Klassiker „Zicke Zacke Hühnerkacke“ und „4 gewinnt“. „In groß macht das Spiel noch viel mehr Spaß als am Tisch“, waren sich Laura und Sarah einig. Außer zum Spielen nutzten die zwölf- und elfjährigen Mädchen die Nacht zum Ausleihen von DVDs wie „Die wilden Kerle“ und „Sams im Glück“.

    Heiß her ging es auch an der Wii, an der Spiele gespielt werden konnte, die sich auch im Sortiment der Bücherei befinden. Die zehnjährigen Oskar und Lukas sowie der neunjährige Simon wechselten sich dabei an der Konsole beim Spielen ab. „Mario Brothers ist mein Lieblingsspiel“, erzählte Lukas. Simon hingegen ist absoluter Star-Wars-Fan, alles was es zu dem Thema zu entleihen gibt, hat er schon gelesen, gespielt oder geguckt. Auch nach anderen Büchern hält er gerne Ausschau. Oskar, der ganz auf Comics abfährt, spricht für alle Besucher der langen Nacht als er sagt: „Der Abend macht richtig Spaß!“

    Auch, oder besonders diejenigen, die es sich lieber in einer Leseecke mit einem Buch gemütlich machten, lagen voll im Trend. Denn noch immer bilden die Bücher das Hauptgeschäft der Bücherei. Sie sind eben doch nicht so verstaubt und garantiert „wilder als du denkst“.


  • Bücherei lädt ein zu einer „wilden Nacht“

    Lüdinghausen -

    „Wilder als du denkst“ lautet das Motto des Aktionsabends, den zahlreiche Büchereien in ganz Nordrhein-Westfalen veranstalten. Entsprechend wird von 18 Uhr bis Mitternacht ein „wildes“ Programm geboten. Unter anderem können Besucher über 400 brandneue Medien anschauen und entleihen, zwischen 22 und 23 Uhr ist der DVD-Verleih kostenlos.

    Von Markus Kleymann

     

    Angestaubt? „Wir wollen das Gegenteil beweisen.“ Peter Mählmann macht deutlich, dass die Stadtbücherei St. Felizitas alles andere als ein Ort ist, an dem es langweilig ist – auch und besonders für Jugendliche. Nicht nur aus diesem Grund ist morgen bei der „Nacht der Bibliotheken“ an der Steverstraße mächtig was los. „Wilder als du denkst“ lautet das Motto des Aktionsabends, den zahlreiche Büchereien in ganz Nordrhein-Westfalen veranstalten. Entsprechend wird von 18 Uhr bis Mitternacht ein „wildes“ Programm geboten. Unter anderem können Besucher über 400 brandneue Medien anschauen und entleihen, zwischen 22 und 23 Uhr ist der DVD-Verleih kostenlos. Erstmals gibt‘s auch neue XXL-Spiele zu sehen und mit etwas Glück winken geldwerte Bücherei-Gutscheine bei einer Verlosung. Besonders spannend dürften auch kleine Workshops sein, wo erklärt wird, wie man sich elektronische Bücher über die Internetseite der Stadtbücherei auf sein Smartphone, ein Tablet oder einen EBook-Reader lädt.

    Nicht nur, aber auch im Besonderen sollen von der „Nacht der Bibliotheken“ Jugendliche animiert werden, öfter eine Bücherei aufzusuchen. „Mein Gefühl sagt mir zwar, dass wir in Lüdinghausen noch viele jugendliche Besucher haben“, sagt Peter Mählmann. Aber mit zunehmendem Alter auf die 20 zu und nach dem Schulabschluss, werde es doch immer dünner. Erst später würden dann Erwachsene – vielfach mit Kindern – wieder den Weg zur Bibliothek finden.

    Dass tendenziell weniger Jugendliche zur Ausleihe kommen, hat nach Einschätzung von Peter Mählmann weniger mit dem Leseverhalten, sondern mehr mit der immer geringeren Freizeit durch Nachmittagsunterricht in den Schulen zu tun. Dabei spielt aber auch eine Rolle, ob Jugendliche den Übergang von der Jugendliteratur – bis ca. 14 Jahre – zu den Erwachsenen „schaffen“. Auf jeden Fall müsse der Bücherbestand stets „up to date“ sein. „In keinem anderen Bereich wechseln wir schneller aus“, sagt der Experte. Dabei halten sich die Mitarbeiter über Bestsellerlisten und Fachpublikationen auf dem Laufenden, was gerade „in“ ist. Außerdem bewegen sich natürlich gerade die jüngeren ehernamtlichen Mitarbeiter in der Bücherei am Puls der Zeit.

    Apropos Aktualität: Natürlich locken auch andere Medien gerade Jugendliche an. In der Stadtbücherei St. Felizitas sind besonders die Konsolenspiele und DVD´s beliebt. Peter Mählmann: „Da gibt es gerade Freitag nachmittags immer wilde Diskussionen, welcher Film es denn beim DVD-Abend sein soll…“

     


  • Bücherei rangiert Ladenhüter aus

    Das Team der Stadtbücherei St. Felizitas bekam am Wochenende vom Traumwetter nicht viel mit. Schon seit längerer Zeit war dieses Wochenende für die große Umräum-Aktion verplant. Die Grundreinigung wurde mit der Umgestaltung kombiniert.
    Von Werner Storksberger

    Klutensee, Kanal, Biergarten, Hängematte: Es gab am vergangenen Wochenende genügend Möglichkeiten, die Sonne zu genießen. Das Team der Stadtbücherei St. Felizitas bekam davon jedoch nicht viel mit. Schon seit längerer Zeit war dieses Wochenende für die große Umräum-Aktion verplant. Die Grundreinigung wurde mit der Umgestaltung kombiniert. Wenn die Bücherei-Nutzer heute die Räume betreten, werden sie erstaunt sein, wie „luftig“ und übersichtlich sich die Bücherei jetzt präsentiert.
    Bereits im Winter war der hintere Bereich der Bücherei umgestaltet worden. Dabei ließ man es nicht beim Umräumen bewenden. „Wir haben kräftig aussortiert. Die Ladenhüter wurden ausrangiert“, so Büchereileiter Peter Mählmann. Dem Beispiel folgten die ehren- und hauptamtlichen Bücherei-Mitarbeiter jetzt auch im vorderen Teil. Insgesamt mussten 52 Regalmeter ausgeräumt und zum Teil auch auseinander gebaut werden. „Es war einfach zu eng“, begründet Mählman die Aktion. Schließlich müssen sich die Leser auch wohl fühlen. Und: Jetzt können die Bücherei-Besucher schneller das Gesuchte finden.
    „Kaputt, veraltet, nicht gewollt“, lauteten die Kriterien, nach denen aussortiert wurde. Gerade Ratgeber für viele Alltagssituationen, Reiseführer oder Lexika werden schnell inaktuell. Außerdem sind viele Informationen schneller und aktueller über das Internet einholbar. Aber vielleicht finden die ausrangierten Medien doch noch einen Liebhaber: Beim Stadtfest am kommenden Wochenende sollen die Bücher zum Verkauf angeboten werden, kündigt Peter Mählmann an.

  • Sprechen wie die Profis

    Lüdinghausen - Einmal selbst in die Rolle eines Hörbuchsprechers schlüpfen – diese Chance haben Schüler der Real- und Hauptschule in den kommenden Wochen. Bei der Einführung zum „Hörbuchprojekt“ am Montagmorgen waren schon einige mutige Schüler gemeinsam mit Profi Rainer Rudloff am Mikrofon.

    Die Idee zu der Aktion hatte die Arbeitsgemeinschaft der Lüdinghauser Büchereien.

    In der Aula der Realschule machte Rudloff den Schülern vor, was einen guten Sprecher ausmacht: Sich voll in die Rolle hineinzuversetzen, mit Emotionen zu reden und seine Worte mit Gesten zu unterstützen, auch wenn davon später nicht zu hören ist. Der Schauspieler, der gemeinsam mit Martin Laske jahrelange Hörfunkerfahrung vermittelte, zog das junge Publikum voll in seinen Bann. Die Zuhörer lauschten und lachten aber nicht nur, sondern wurden auch mit eingebunden. Schülerin Nijan begeisterte Rudloff am Mikrofon auf Anhieb, auch Lars und David machten ihre Sache in ihren Rollen gut. So entstand in einer knappen Stunde eine über zweiminütige Szene. Rudloff, der schon mehrfach in Lüdinghausen bei Lesungen zu Gast war, sah hinterher das Ziel der Veranstaltung erreicht: „Die Schüler sollten Lust auf das Projekt kriegen – und die haben sie heute auf jeden Fall bekommen.“
    Nach dem Einsprechen machte Martin Laske den Schülern den Schnitt vor. Dabei ließ er die Szene mit Atmosphäre lebendig werden. Hier stellte Schüler Nima seine Künste als Geräuschemacher unter Beweis. Mit Ali durfte er auch für ein Gläserklimpern anstoßen.
    Die Aktion ging von der AG bestehend aus der Stadtbücherei und den katholischen sowie evangelischen Büchereien Seppenrade aus. Je eine siebte Klasse aus der Real- und Hauptschule und eine neunte Klasse der Realschule nehmen teil.
    Die Bücher haben sich die Schulklassen selbst ausgesucht, sie behandeln Jugendthemen. Unter anderem gestalten die Nachwuchssprecher ihre Version des Werkes „Na, dann sind die eben rechts“. Von der Realschule begleitet Lehrer Stefan Belter und von der Hauptschule Thomas Lanfer das Projekt. „Neben dem Teamwork werden die Schüler im Einsatz neuer Medien geschult“, erläutert Belter. Im Deutschunterricht werden die Schüler ihre eigenen Hörbücher produzieren. Bis Juli haben sie dafür Zeit. Dann prämiert die Bücherei-AG die Ergebnisse mit einer Geldspritze für die Klassenkasse.
    Von Christian Heitbaum

  • Rotzfrech und schnoddrig

    Pascha ist alles andere als umgänglich. Er ist rotzfrech, schnoddrig, unbequem, bewegt sich abseits jeglicher politischer Korrektheit – und er ist tot. Und mit diesem Umstand hat er es zur Serienreife gebracht, ist Hauptfigur der „Kühlfach“-Krimireihe der Autorin Jutta Profijt. Und die las am Mittwoch aus dem mittlerweile vierten Band „Kühlfach betreten verboten“ in der Stadtbücherei.
    Pascha, das ist ein Autoschieber, der – im ersten Band – wegen seines eigenwilligen Geschäftsgebarens unfreiwillig das Zeitliche segnet und dem eher biederen Rechtsmediziner Dr. Martin Gänsewein als Geist erscheint. Diesem weicht er in den kommenden Bänden der Serie nicht von der Seite.
    Jutta Profijt, gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, passionierte Radfahrerin und hauptberufliche Krimiautorin seit 2006, verstand es, ihrem vornehmlich weiblichen Publikum – Bayern spielte zeitgleich gegen Gladbach – ihren Pascha überaus lebendig darzubringen. Diesem unruhigen Geist widerfahren im aktuellen Fall vier Kinder, die nach einem Unfall in ein künstliches Koma versetzt wurden. bei diesem Unfall wurde ihre Lehrerin, eine junge Türkin, entführt und später ermordet. Pascha nimmt sich der nörgelnden „Bonsais“ an und löst mit Hilfe Gänseweins auch gleich den Mord. Das Ganze wird von Jutta Profijt ebenso amüsant wie auch spannend erzählt.
    Peter Mählmann hat die Autorin live erlebt auf der Leipziger Buchmesse – bei einer Lesung in der Leichenhalle. „Ich hab‘ mich weggeschmissen“, sagte er bei der Vorstellung von Jutta Profijt. Und dem Publikum in der Steverstadt erging es kaum anders. „Sie dürfen ruhig lachen“, sagte Profijt, wenn Pascha seine frechen Sprüche und krakelende Kinder absonderte. „Wir sind alle keine Kinderhasser. Das ist Paschas Meinung. Ich habe da gar nichts mit zu tun.“

    Von Peter Werth